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300 Jahre Pfarre Oed groß gefeiert

300-Jahr-Feier der Pfarre Oed

Oed-Sindelburg, 24.06.2016 (dsp) Die Stiftungsurkunde der Pfarre Oed (Bezirk Amstetten) ist datiert vom 2. Jänner 1716. In diesem und im folgenden Jahr wurde auch der Pfarrhof vom Sindelburger Pfarrer Engstler auf eigene Kosten erbaut und sein Neffe Sigismund wurde Pfarrer von Oed. Laut Sindelburger Pfarrchronik fand 1718 die letzte Taufe eines Oeder Kindes in Sindelburg statt. Dann dürfte Oed im „Vollbetrieb“ gelaufen sein.

Das wurde jetzt groß gefeiert. Zum 300 Jahr-Jubiläum pilgerte die Pfarre Oed am Sonntag nach Sindelburg, um dort das Patrozinium „Johannes der Täufer“ mitzufeiern. Als Gastgeschenk überreichte der Moderator von Oed Rupert Grill dem Sindelburger Pfarrer Manfred Heiderer eine verkleinerte Replik des Bildes Taufe Jesu, das seit 1965 in Oed die Kirchenwand schmückt und davor Altarbild in Sindelburg war. Franz Neumeister, der letzte „ordentliche Pfarrer“ von Oed, der zuvor auch Kaplan in Sindelburg war, hat es von Sindelburg erworben, da es dort nach Abtragung des Altares nicht mehr benötigt wurde und in Oed einen schönen Platz fand.

Nach Franz Neumeister hatte Oed Moderatoren, die nicht vor Ort wohnten und mehrere Pfarren zu betreuen haben. Er sei im Gegensatz zum ordentlichen Pfarrer kein unordentlicher, sondern ein außerordentlicher, witzelte Rupert Grill als Antwort auf den Scherz von Manfred Heiderer.

Zahlreiche Pilger machten sich am frühen Morgen - ausgestattet mit dem Pilgersegen - von Oed auf den Weg. Beim „Winkelbauern“ wurde die Pilgergruppe von einer Sindelburger Delegation empfangen. Dort schlugen die beiden Pfarrer ein Kreuz ein, das als Erinnerung an diese Wallfahrt gestaltet wurde und an dessen Stelle eine Kapelle errichtet werden wird. Von diesem besonderen Flecken Erde sieht man auf beide Pfarrkirchen.

Auf dem Weg fanden immer mehr Pilger zur Gruppe und viele Oeder kamen weiters mit dem Auto zum Festgottesdienst. Zur Festmesse vereinten sich die beiden Kirchenchöre, Ministranten und LektorInnen aus beiden Pfarren teilten sich die Aufgaben, die beiden Priester zelebrierten gemeinsam und als Gast durfte Rupert Grill predigen. Er sprach übers „Zaumgeh´n beim Dreschen“, die althergebrachte Art und Weise der Bauern, beim Ernten und anderen großen Aufgaben, zusammenzuhelfen. Er verwies darauf, dass Oed 600 Jahre Teil der Pfarre Sindelburg war und es durch die Veränderung der kirchlichen Stukturen ein neues Zusammenfinden und -wachsen geben wird.

Über kurz oder lang werden die beiden Pfarren wieder enger zueinander wachsen, als Pfarrverband oder in einer anderen Form der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens. Da ein Gutteil der Pfarre Oed zur Gemeinde Wallsee-Sindelburg gehört, gibt es traditionell viele Berührungspunkte wie die Schulen, die Landjugend und verschiedene Vereine, und viele Oeder oder Oederinnen sind gebürtige oder verheiratete Sindelburgerinnen oder Sindelburger.

Am Ende der hl. Messe wurde Ida Hintersteiner mit dem Hippolytorden für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft im Kirchenchor Sindelburg geehrt. Der Oeder Mesner Franz Fuchs erhielt ein paar Tage nach seinem 88. Geburtstag den Hippolytorden in Silber für 50 Jahre Mesnerdienst, seine Tochter Grete Zölfel direkt an ihrem Geburtstag die bronzene Ehrennadel der Mesnergemeinschaft der Diözese St. Pölten für 15 Jahre Mesnertätigkeit in Sindelburg.

Im Anschluss an die Messe fanden sich alle im und rund um den Pfarrhof zum „erweiterten“ Pfarrcafe, bei dem es als kulinarisches Highlight die Sindelburger (sprich: Sindelbörger) und eine Unzahl von guten selbstgemachten Mehlspeisen gab. Da der Regen, der die Wallfahrer am letzten Drittel ihres Weges durchnässt hatte, aufgehört hat, war es ein schönes und gemeinschaftsstiftendes Fest. Der Reinerlös des Pfarrcafes fließt in die Errichtung der Kapelle, die von der Familie Pfaffeneder, Winkelhof und freiwilligen Helfern errichtet wird.