30 Jahre Reaktorunglück von Tschernobyl: Katholische Aktion für Maßhalten

KA-Präsident Armin Haiderer

St. Pölten, 24.04.2016 (dsp) „Das traurige 30-Jahr-Jubiläum der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl vom April 1986 sollte uns zu denken geben“, meint Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion. „Die Kernenergie mag zwar die billigste Form der Stromerzeugung sein, aber letztlich ist sie sicherlich nicht die günstigste. Und gerade alle, die in Österreich - also in unmittelbarer Nachbarschaft zu mehr oder weniger sicheren Reaktoren leben -, sollten da besonders hellhörig sein. Die Atomenergie ist ein weiteres trauriges Beispiel für den unnachhaltigen Gebrauch unserer Natur. Es liegt in der gesellschaftlichen Verantwortung aller Christen, auch mit Energie sparsam umzugehen und auch hier das alte christliche Ideal des Maßhaltens anzuwenden. Das wollen auch wir als Kirche vorleben.“

Die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten hat in den letzten Jahren viele Akzente beim Thema Umweltschutz gesetzt. So wurde gemeinsam mit dem Land Niederösterreich ein jährlicher Umweltpreis ausgeschrieben – Pfarrfeste sollten zum Beispiel umweltfreundlich gefeiert werden. Weiters wird derzeit evaluiert, welche weiteren konkreten Schritte die Mitarbeiter/innen der Diözese setzen können. Auch theologische Umweltgespräche wurden in Gang gesetzt, das Autofasten forciert und das Klimapilgern wurde massiv in unserer Diözese unterstützt.

Bischofskonferenz: Atomkraftwerke nicht zukunftsfähig

Die Österreichische Bischofskonferenz macht deutlich, dass Atomkraftwerke aufgrund des hohen Risikos nicht zukunftsfähig sind. Stattdessen ist die ökologische Energiewende dringend umzusetzen – auch in der Kirche selbst.

Die österreichischen Bischöfe fordern einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie. Nach Fukushima beschloss der österreichische Nationalrat 2011 den schnellst möglichen Ausstieg aus der Atomenergie. Die Österreichische Bischofskonferenz bezeichnete die Atomtechnologie als „Hochrisikotechnologie mit großen Gefahren für die heute Lebenden und für nachfolgende Generationen“. Aktuelle Studien zeigen die zerstörerischen Auswirkungen der Katastrophe von Tschernobyl, auch für folgende Generationen.

Papst Franziskus warnt in seiner Umweltenzyklika Laudato si‘: „Die Erde scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln“ (21). Insbesondere nennt er die Gefahr durch hochgradig toxische Abfälle und Atommüll. Häufig würden Maßnahmen erst dann ergriffen, wenn die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen bereits irreversibel seien.

Umweltbischof Alois Schwarz: „Mehr denn je ist jetzt das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte notwendig, den maßlosen Energieverbrauch einzuschränken. Wir müssen die Energieeffizienz steigern und den verbleibenden Bedarf möglichst aus erneuerbaren Energieträgern decken.“

Auf diese ethisch verantwortbare Alternative setzt auch die Katholische Kirche. Bis 2017 werden in allen Diözesen Klimaschutz- und Energiestrategien mit konkreten Umsetzungsplänen gültig sein. Im Detail wurde der Umstieg auf zertifizierten Ökostrom und bei der Raumheizung der Wechsel auf erneuerbare Energieträger beschlossen.  Ziel ist es, die Ökologische Energiewende bis 2020 zu schaffen.

Foto: Umweltfreund und Katholische Aktion-Präsident Armin Haiderer