2017 wird gewählt: Pastoralrat thematisierte Pfarrgemeinderatswahl

Pastoralrat

St. Pölten, 26.04.2016 (dsp) Die Vorbereitungen für die österreichweiten Pfarrgemeinderatswahlen mit dem Motto „Ich bin da. Für“ im März 2017 laufen bereits auf Hochtouren. Sie waren auch das zentrale Thema des Pastoralrates, dem wichtigsten diözesanen Beratungsgremium. Peter Haslwanter vom Bereich Pfarre der Diözese St. Pölten: „Der Pfarrgemeinderat wurde vor 50 Jahren als Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils geschaffen und hat sich bewährt.“ Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, Änderungen seien notwendig. Klar sei: Der Pfarrgemeinderat (PGR) sei eine pastorale Chance.

In den Gesprächsrunden gab es viele Übereinstimmungen: Es sei zum Beispiel wichtig, Menschen konkret anzusprechen, um sie für ein Engagement im PGR zu motivieren. Man müsse anderen zutrauen, Verantwortung zu übernehmen. Weiters sei es bedeutsam, den christlichen Lebensstil konkret vorzuleben. Bei den vielen Aktivitäten der Pfarren sollten auch die spirituellen Angebote nicht zu kurz kommen.

Blick auf Begabungen, nicht auf Aufgaben lenken

Die Linzer Pastoraltheologin Hildegard Wustmans sagte in ihrem Referat: „Wer wir sind, und was uns wichtig ist, zeigt sich an den Orten, wo wir sind. Engagement ist das Ergebnis einer persönlichen Entscheidung. Menschen fragen sich nach dem 'Mehrwert', nach dem 'was es bringt'. Was ist der Mehrwert des Engagements im Pfarrgemeinderat?“

Wustmans stellte folgende Fragen in den Raum: Wie viel Gastfreundschaft finden wir in Pfarren? Finden neue Personen einen Zugang? Erleben sich Ehrenamtliche als Berufene? Werden sie bestärkt, ihr Engagement als Berufung zu verstehen? Wird eine Kultur der Dankbarkeit gepflegt?

Charismen sollten – ganz im Sinne des Paulus – erkannt, gefördert und umgesetzt und in ein wechselseitiges Zusammenspiel gebracht werden, denn erst dann kämen sie zu ihrer wirklichen Entfaltung. Paulus benenne etwas, was auch heute zu wenig in den Blick genommen werde: Sind die pastoralen Aufgaben zu sehr und zu oft danach ausgerichtet, was getan werden soll – oder was gedacht wird, das getan werden muss? Damit stelle sich die Frage, ob Pfarren als attraktive Orte wahrgenommen werden, wo die eigene Gabe gelebt werden kann. Der Blick sollte also auf die Begabungen der Gläubigen gelenkt werden: „Weil ich berufen bin, engagiere ich mich.“ Man solle ein Gefühl bekommen, was an Charismen da ist, nicht welche Aufgaben zu tun sind und rein das Kirchenjahr zu verwalten. Es gelte auch Neues auszuprobieren, zu experimentieren.

Damit Kompetenzen verwirklicht werden können, brauche es Orte und Zeiten, wo diese gelebt und entfaltet werden können. Genau dafür solle die Pfarre Raum bieten. Wer auf die Wirksamkeit von Charismen setze, der brauche ein Gespür für die eigenen Kompetenzen und die von anderen. Es sei für Pfarren notwendig, ein Bild davon zu bekommen was an Kompetenzen da ist. Daraus könne sich eine neue Art von Teamgeist entwickeln. Der Pfarrgemeinderat könne eine Vermittlungsbörse von Charismen sein, weil sich in ihm Menschen zusammentun, die aus der Taufberufung heraus leben und ihrem Glauben durch ihren individuellen Lebensstil Ausdruck verleihen. 

Es gehe um eine Haltung, die sich von Jesus inspirieren lasse: von seinem Interesse an dem, was anderen Menschen Sinn und Bedeutung gibt.

Foto: Pastoralrat der Diözese St. Pölten