Vatikan: Wachstum und Klimaschutz sind kein Widerspruch

Wirtschaftswachstum und Klimaschutz müssen sich nach den Worten von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin nicht ausschließen. Allerdings werde die Zeit, beides zu vereinbaren, knapp, hieß es am Mittwoch in seiner Botschaft an die Teilnehmer einer Klimakonferenz in Rom.

Die Menschheit sei in der Lage, durch verantwortliches Handeln "Win-Win-Gelegenheiten" zu erzielen, die ökonomische Entwicklung einerseits, ökologisches Wirtschaften und Kampf gegen die Armut andererseits ermöglichten. Das zeigten viele Studien. Dafür müsse das herrschende Wirtschaftsmodell jedoch weitsichtig überarbeitet werden, auch wenn dies keine leichte Aufgabe sei.

Voraussetzung dafür ist laut Parolin die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen weltweit. "Wenn die Zukunft des Planeten auf dem Spiel steht, gibt es keine politischen Grenzen, keine Barrieren oder Mauern, hinter denen wir uns verstecken können, um uns selbst vor den Auswirkungen des ökologischen und sozialen Niedergangs zu schützen." Für die von Papst Franziskus oft kritisierte Globalisierung der Gleichgültigkeit und Wegwerfkultur dürfe es keinen Raum mehr geben. Der Kardinalstaatssekretär verwies dabei auf die Erwartungen an den UN-Gipfel zur Post 2015-Agenda im September in New York und den Pariser UN-Klimagipfel im Dezember.

Bei der Konferenz in der Päpstlichen Universität Santa Croce beraten internationale Experten über das Thema "Die neue Klima-Ökonomie. Wie ökonomisches Wachstum und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können". Sie findet wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Umweltenzyklika von Papst Franziskus statt, die für Juni erwartet wird.

(KAP)