Theologe: „Ohne Sonntag geht die Welt kaputt“

Mag. Hans Hauer, Abt Wolfgang Wiedermann, Dir. Ing.Othmar Engelhardt (KMB)

Zwettl, 19.02.2015 (dsp) Die Bedeutung des Sabbats bzw. Sonntags für den Menschen unterstrich der Theologe Hans Hauer vom Bibelwerk Linz beim Impulstag „Verwurzelt in der Re<li>gion“ der Katholischen Männerbewegung zum Thema „Gottes Sicht auf seine Schöpfung und unsere Verantwortung“ im Stift Zwettl. Ohne den 7. Schöpfungstag „geht die Welt kaputt, ohne Sabbat kann der Mensch nicht Mensch sein“, betonte Hauer.

Der Sabbat sei nicht in der Natur festgelegt, wie etwa der Jahresrhythmus oder der Wechsel von Tag und Nacht, sondern „ein Geschenk Gottes“. Der 7. Tag sei notwendig, damit der Mensch sich „wieder in die Heilsordnung Gottes stellen“ könne, erklärte Hauer; er sei die „Chance des Menschen, Gottes Ebenbild zu werden“. Deswegen seien auch alle revolutionären Versuche in der Geschichte, eine 10-Tage-Woche einzuführen, gescheitert.

Bei der Einhaltung des Sabbats/Sonntags gehe es nicht in erster Linie um die Frage der Arbeit, sondern „um ein tieferes Geheimnis“, so Hauer. Das Ziel der Schöpfung sei – nach der ersten Schöpfungserzählung im Buch Genesis – nicht die Erschaffung des Menschen, sondern der Sabbat und damit der Gottesdienst. Der Gottesdienst, der Dienst des Menschen für Gott, sei die Antwort des Menschen auf den Dienst Gottes an uns. Hauer: „Gott zeltet unter den Menschen, das heißt, er ist mit uns unterwegs. Es geht um das Mitgehen Gottes.“

Der Auftrag an die Menschen als Gottes Ebenbilder lautet im Buch Genesis: „Macht euch die Erde untertan.“ Dabei gehe es laut Hauer jedoch nicht um Willkür, sondern darum, „für die Erde und ihre Lebewesen zu sorgen und diese zu schützen“. Gott habe die Schöpfung selbst für „gut“ befunden, daher gehe es nicht an, dass der Mensch „in seinem Größenwahn die Schöpfung schlecht behandelt oder gar zerstört“. Deswegen sei es notwendig, am Sonntag „innezuhalten und aufzuhören mit dem Mehr an Zerstörung, Ungleichheit und Angst, aufzuhören mit allen Tätigkeiten, die anderen Menschen schaden und nur das eigene Vermögen vermehren“.