Sprögnitz: Tausende zu Maria Himmelfahrt zu Kräuterfest erwartet

Foto: Kräutersegnung in Sprögnitz am 15. August, am Bild mit Maria Blauensteiner, Johann Gutmann, Neo-Pfarrer Tomasz Tomski, Martina Wagner, Martina Pöll

Sprögnitz, 13.08.2015 (dsp) Die Kräuterweihen zu Maria Himmelfahrt am 15. August erfreuten sich in den letzten Jahren wieder großer Beliebtheit. Zum „Sonnentor“-Kräuterfest in Sprögnitz kamen in den letzten 8000 Menschen, der Start ist traditionell mit einem Gottesdienst (9:30 Uhr), den der neue Pfarrer Tomasz Tomski zelebriert.

Seit mehr als 10 Jahren lädt der Waldviertler Bio-Spezialist „Sonnentor“ am 15. August zum großen Festtag für Jung und Alt nach Sprögnitz. "Was wäre da beim Kräuter- und Gewürzspezialisten passender, als die Kräuter hochleben zu lassen? Wir freuen uns wieder, jede Menge Freunde und Fans begrüßen zu dürfen."

Abwechslungsreiches Programm

Das Kräuterfest ist auch dieses Jahr wieder ein buntes Sammelsurium an zahlreichen Genuss- und Erlebnisstationen. Unter anderem präsentieren die „Sonnentor“-Bauern ihre Kräuter. Neu dabei sind diesmal auch einige der Leibspeis‘ Lieferanten, die ihre Produkte aus der Region mit im Gepäck haben. Weiters gibt es nach der Kräutersegnung einen Frühschoppen. Für die Kinder gibt es Möglichkeiten zum Schminken und Spielestationen wie die Kistenrutsche und der Bio-Bengelchen Garten laden. Der bekannte Koch Siegfried Kröpfl bietet seine veganen Kochkünste. Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen der Natur: so gibt es Kräuterwanderungen und Elektroauto-Probefahrten.

Hintergrund zu Maria Himmelfahrt und den Kräutersegnungen

Zu Maria Himmelfahrt gibt es in vielen Pfarren wieder Kräutersegnungen. "In den Heilkräutern wird die Schöpfung Gottes sichtbar, spürbar und essbar", so der Volksmund. Es ist ein alter kirchlicher Brauch am 15. August zu Maria Himmelfahrt den Mitfeiernden beim Gottesdienst gesegnete Kräuterbüschel mitzugeben. Viele stecken die gesegneten Kräuter zum Kreuz zusammen und bringen es im Herrgottswinkel an.

Seit dem 10. Jahrhundert sind Kräutersegnungen überliefert. Gerade in ländlichen Regionen ist dieser Brauch an Mariä Himmelfahrt noch sehr lebendig. Blumen aus dem Hausgarten, Heilkräuter, Getreideähren und Früchte werden zu einem Strauß gebunden, in die Kirche gebracht und gesegnet. Die Gottesmutter Maria wird auch als "Blume des Feldes und Lilie der Täler" bezeichnet. Das hat unter anderem zur Festlegung dieses Brauches am Fest Maria Himmelfahrt beigetragen. Verschiedene Legenden haben zur Popularität des Festes beigetragen. So soll aus dem Grab Mariens im Augenblick ihrer Aufnahme in den Himmel ein köstlicher Duft von Blumen und Kräutern entstiegen sein. Für die Kräutersegnung werden jene Kräuter zu Bünden gebunden, die bekannt dafür sind, dass sie für Mensch und Tier heilsam sind.

Je nach Region waren dies insgesamt sieben (als alte heilige Zahl) oder neun (drei mal drei) oder 12, 24, 72 oder gar 99 verschiedene Kräuter, die gesegnet wurden. Typische Kräuter, die in den Strauß gebunden werden sind Johanniskraut, Wermut, verschiedene Getreidesorten, Schafgarbe, Königskerze oder Kamille. Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 feierte man in der Ostkirche die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. Spätestens seit dem 7. Jahrhundert hat die Westkirche dieses Fest am 15. August übernommen. Einen wichtigen Impuls bekam das Fest durch die Dogmatisierung der Aufnahme Marias in den Himmel im Jahr 1950 durch Papst Pius XII.

Foto: Kräutersegnung in Sprögnitz am 15. August, am Bild mit Maria Blauensteiner, Johann Gutmann, Neo-Pfarrer Tomasz Tomski, Martina Wagner, Martina Pöll