Prader: Wiederverheiratung im Widerspruch zur Weisung Gottes

Bischofsvikar Dr. Helmut Prader

Linz – St. Pölten, 11.06.2015 (dsp) „Eine Wiederverheiratung ist klar im Widerspruch zur Weisung Gottes“, schreibt Helmut Prader, Bischofsvikar für Ehe, Familie und Lebensschutz, in einem Diskussionsbeitrag zum Thema „Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene?“ in der aktuellen Ausgabe der Linzer Kirchenzeitung. Mit einer Zulassung zu den Sakramenten würde die Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe aufgeben. „Damit können wir uns allerdings nicht mehr auf die Weisung Jesu berufen“, so Prader. „Unbarmherzigkeit hat Jesus gerade denen vorgeworfen, die eine Scheidungsurkunde ausgestellt haben.“

Die Heilige Schrift lehre, dass die Einheit von Mann und Frau in der Ehe „ein Abbild der Bundestreue Gottes zu uns Menschen ist“, führt Prader aus. Die Kirche könne sich nicht von dem lossagen, was ihr in der Heiligen Schrift, besonders in den Evangelien, anvertraut worden sei. Wenn Jesus sage, dass ein Mann, der seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, Ehebruch begeht, „dann dürfen wir das nicht ignorieren“, betont Prader in seinem Beitrag in der der Linzer Kirchenzeitung.

Es gebe Situationen, wo eine Trennung „unausweichlich und auch geboten ist“. Das Problem entstehe jedoch erst dann, wenn eine geschiedene Person wieder staatlich heiratet. Dennoch bleibe das Eheband bestehen „bis der Tod sie scheidet“. Für Prader sei zu unterscheiden zwischen subjektiver Schuld – „über die wir nicht urteilen können, brauchen und dürfen“ – und dem objektiven Band, das durch die Eheschließung entstehe: „Was Gott verbunden hat, das kann der Mensch nicht trennen.“ Wenn daher jemand objektiv im Ehebruch lebe, sei das im Widerspruch zu dem, was Christus gesagt habe.

Segen durch Verzicht

Prader räumt ein, „dass wir nicht für jedes Problem eine Lösung haben, sondern auch schwierige Situationen ausgehalten werden müssen, und die gesamte Kirche mit den Betroffenen mitleidet“. Der Bischofsvikar für Ehe und Familie zeigt sich „überzeugt, dass sich die Liebe zu Christus mehr dadurch zeigt, dass man nichts ertrotzt oder erzwingt, sondern dass man bewusst aus Liebe zu Christus auf den Kommunionempfang verzichtet.“ Gott könne gerade diesen Verzicht zu einem Segen werden lassen.

Als „großes Ärgernis“ bezeichnet Prader Segnungsfeiern für geschiede Wiederverheiratete, die viel Verwirrung erzeugten und außerdem „ausdrücklich verboten“ seien. Was Christus als Ehebruch bezeichnet habe, könne nicht gesegnet werden, betont Prader mit dem Hinweis auf die Bedetung des lateinischen Wortes für „segnen“: „benedicere“ heißt wörtlich „gut-heißen“.