Papst zum Kriegsende: Aus Fehlern der Vergangenheit lernen

Papst Franziskus hat zum 70. Jahrestag des Weltkriegsendes eine "Kultur des Friedens" gefordert. Die Menschheit müsse aus den "Fehlern der Vergangenheit" lernen, forderte er am Mittwoch bei der wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. Der Papst appellierte an die Regierenden in Konfliktregionen, sich für das Gemeinwohl und für eine Kultur des Friedens einzusetzen. Franziskus ist der erste Papst, der den Zweiten Weltkrieg nicht selbst miterlebt hat. 

Gegen Banalisierung der christlichen Ehe

In seiner Audienzansprache befasste sich der Papst wie bereits in den Vorwochen mit der christlichen Ehe. Mit einer Ehe zeigten Paare ihren Mut, an Gottes Schöpfungsplan zu glauben und in ihrer Liebe über sich selbst und die eigene Familie hinauszugehen. Grundlage der Ehe bilde die christliche Berufung, ohne Vorbehalt und Maß zu lieben.

Franziskus wandte sich gegen eine Banalisierung der christlichen Ehe. Sie sei nicht "einfach eine Zeremonie, die in der Kirche stattfindet, mit Blumen, Brautkleid und Fotos", sondern ein Sakrament. Es handle sich um einen "großen Akt des Glaubens und der Liebe".

Zugleich wandte sich Franziskus gegen die Auffassung, eine Ehe sei nur Privatsache. Sie finde in der Gemeinschaft der Kirche statt. Wenn eine Ehe gelinge, stärke dies auch die Kirche; scheitere sie, leide die Kirche, so der Papst. Gläubige und Priester müssten sich fragen, ob sie "diese unauflösliche Verbindung" stets in aller Konsequenz akzeptierten.

Weiter betonte Franziskus, dass Eheleute eine besondere Verantwortung für die Mission der Kirche tragen. Die Kirche brauche "die mutige Treue der Eheleute zum Ehesakrament", um allen Menschen ihre Botschaft von Glauben, Liebe und Hoffnung überzeugend zu verkünden.

Die Ehe ist nach den Worten des Papstes auch ein Abbild der Liebe Jesu Christi zu seiner Kirche. Diese Übereinstimmung sei zwar nicht ganz vollkommen, habe jedoch einen revolutionären geistlichen Sinn. Die gegenseitige Hingabe der Eheleute füreinander solle so radikal sein wie die Hingabe Jesu für seine Kirche.

(KAP)