Papst in Sorge über Folgen der Arbeitslosigkeit auf Familien

Weltweit, und auch in Europa, sind immer mehr Familien aufgrund von Arbeitslosigkeit, Armut und Krieg existenziell bedroht, hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz erinnert.

Auch im Blick auf die Weltbischofssynode im Oktober, die den Problemen der Ehe und Familie gewidmet sein wird, wies Franziskus auf eine generelle Missachtung der Familie durch Wirtschaft, Politik und Medien hin und forderte ein stärkeres Eingreifen der Arbeitsmarkt-Verantwortlichen.

In den reichen Ländern fördere die Wirtschaft eine "individualistische Wohlfühlkultur", unterstützt von den Massenmedien, und beute gleichzeitig die familiären Beziehungen aus, kritisierte der Papst. Den Medien warf Franziskus vor, sie propagierten Konsumismus und "Pseudo-Modelle" von Familie.

"Die immense Arbeit der Familie taucht natürlich in keiner Bilanz auf", so der Papst. Die Familie sei dennoch die Säule der Menschheit und die Schule der Menschlichkeit. "Lässt man die Familie weg, stürzt alles zusammen." Sie bewahre die Welt zudem vor der Barbarei. Die "Planer des Gemeinwohls" seien heute irritiert angesichts von Familien, die auch unter widrigsten Verhältnissen harmonisch und stabil blieben, sagte der Papst. "Sie verstehen nichts."

Viele Familien litten auch psychisch unter Arbeitslosigkeit, erinnerte Franziskus. Diese stelle das Verhältnis zwischen den Eheleuten und den Bestand der Familie oft auf eine harte Probe; materielle Not könne Ehen schließlich völlig zerstören.

Der Papst würdigte Familien, die trotz aller Nöte zusammenhalten. "Diese Lektion darf jedoch nicht unsere Gleichgültigkeit rechtfertigen, sondern muss eher unsere Scham vergrößern." Die Christen rief er zur Solidarität mit armen Familien auf. Ihnen müsse auch die Kirche besonders nah sein.

Kampf gegen Arbeitslosigkeit

Papst Franziskus forderte bei der Audienz unter anderem mehr Einsatz gegen die Arbeitslosigkeit in Italien. Es brauche energische Anstrengungen, um den Menschen wieder Hoffnung zu geben. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote in Italien bei 12,4 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei über 40 Prozent.