Papst in Fastenbotschaft: Meer der Gleichgültigkeit überwinden

Papst Franziskus hat die Kirche und die Gesellschaft dazu aufgerufen, das "Meer der Gleichgültigkeit" zu überwinden, das das Leid von Millionen Menschen auf der ganzen Welt übersieht.

"Liebe Brüder und Schwestern, wie sehr möchte ich, dass die Orte, an denen sich die Kirche zeigt - unsere Pfarren und unsere Gemeinschaften -, zu Inseln der Barmherzigkeit im Meer der Gleichgültigkeit werden", schreibt der Papst in seiner Botschaft zur Fastenzeit, die am Dienstag im Vatikan veröffentlicht wurde.

Der Text räumt ein, dass in allen Menschen eine Tendenz und Versuchung dazu besteht, gegenüber der ungeheuren Dimension des Bösen und des Leids, der es zu begegnen gilt, indifferent zu bleiben. Die Flut von Bildern und Berichten über das menschliche Leid hat nach Franziskus' Worten zu einer weltweiten Gleichgültigkeit geführt.

Jeder Einzelne, die christlichen Gemeinden und Gemeinschaften sowie die ganze Kirche müssten die vorösterliche Bußzeit als Zeit der Erneuerung nutzen, schreibt der Papst in seiner am Fastenbotschaft mit dem Titel "Macht euer Herz stark!". Franziskus warnt darin vor der Flucht "in eine universale Liebe, die sich in der weiten Welt engagiert, aber Lazarus, der vor der eigenen verschlossenen Tür sitzt, vergisst".

Diejenigen, denen es gut gehe, nähmen die Not der anderen oft nicht mehr wahr. Dagegen müsse die Kirche aufbegehren, indem sie das Wort Gottes verkünde und vorlebe. "Die Kirche ist von ihrem Wesen her missionarisch, nicht in sich selbst zurückgezogen, sondern ausgesendet zu allen Menschen", schreibt der Papst.

Er wendet sich in seiner Botschaft gegen die verbreitete Haltung, der Einzelne sei ohnehin machtlos gegen das Massenelend. Zugleich müssten die Menschen aber auch der "teuflischen Versuchung widerstehen, die uns glauben macht, wir könnten uns selbst und die Welt ganz alleine retten". Nötig sei ein starkes Herz, das von der Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen erfüllt sei.

(KAP)