Nuntius brachte Papst-Dank: 250 Pfarrhaushälterinnen aus deutschsprachigem Raum in Melk und Göttweig

Pfarrhaushälterinnen in Melk

Göttweig-Melk, 18.06.2015 (dsp) Fast 250 Pfarrhaushälterinnen aus Österreich, Deutschland und Südtirol kamen zur großen Wallfahrt der Berufsgemeinschaft ins Stift Melk und ins Stift Göttweig.
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Unter dem Thema: „Bewahren-begegnen-bewegen“ feierten die Pfarrhaushälterinnen mit Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, ihrem Referatsbischof Alois Schwarz, Abt Georg Wilfinger und zahlreichen Priestern in Melk einen Festgottesdienst, außerdem gab es in Melk einen Festakt.

Nuntius Zurbriggen brachte Dank vom Papst

Nuntius Zurbriggen übermittelte dabei die Segenswünsche und den Dank von Papst Franziskus mit. Ihr Dienst sei enorm wichtig für Kirche und Priester. Sie seien oft die erste Anlaufstelle, wenn jemand zum Pfarrhof kommt und oftmals echte Brücken zwischen Kirche und der Bevölkerung. Der höchste Vertreter des Heiligen Stuhls in Österreich sagte, dass alle Christen zur Heiligkeit berufen seien. Nicht Mittelmaß sei das Maß, sondern das Streben nach Vollkommenheit. Der Nuntius: „Zeigen Sie, dass sie mit ihrer Pfarre und Gemeinde bereit sind, diesen Weg der Heiligkeit zu gehen.“ Pfarrhaushälterinnen seien somit auch wichtige Glaubensvermittlerinnen.

Vorsitzende der Berufsgemeinschaft Seiser: alle berufen zu bewegen

Sigrid Seiser, Vorsitzende der Österreichischen Arbeits der Pfarrhaushälterinnen, sagte, dass es für den Berufsstand ihrer Berufsgemeinschaft wichtig sei, „dass wir uns weiter bewegen“. Bewegung brauche einen Motor und die Kraft zum Guten komme von Gott. Ausnahmslos jede und jeder sei dazu berufen, etwas zu bewegen und voranzubringen zur Vollendung jenes Baus, bei dem Christus der Schlussstein sei, dem himmlischen Jerusalem. Sie sei dankbar für die vielen Begegnungen, die in Melk und Göttweig stattgefunden haben, das habe den Zusammenhalt der Arbeitsgemeinschaft gestärkt.

Winklmayr: Barmherzigkeit in Pfarrhäusern finden

In seiner Festansprache verwies Sepp Winklmayr, der unter den österreichischen Pastoralamtsdirektoren für den Bereich der Pfarrhaushälterinnen zuständig ist, auf das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“. Der Papst habe uns Barmherzigkeit als Quelle der Freude, der Gelassenheit und des Friedens vorgestellt. Die sollten wir in unseren Kirchen, Pfarrgemeinden und besonders auch in unseren Pfarrhäusern finden. Winklmayr zeichnete die „7 neuen Werke der Barmherzigkeit“ des Bischofs Joachim Wanke von Erfurt nach, der gerade auch an wichtigen Orten in den Pfarrhöfen und Pfarrhaushalten beginnen könne. Zu diesen zählen: Du gehörst dazu! Ich höre Dir zu! Ich gehe ein Stück mit Dir! Ich rede gut über Dich! Ich teile mit Dir! Ich besuche Dich! Ich bete für Dich!“

Bischof Schwarz: Ihr seid Perlen

Bischof Alois Schwarz, in der Bischofskonferenz zustänig für den Bereich der Pfarrhaushälterinnen,  betonte die Bedeutung der Gemeinschaft: „Ihr seid einander ein kostbarer Schatz, Ihr seid Perlen!“ Aufgabe einer Pfarrhaushälterin sei es, das Gute in der Welt zu verbreiten, „denn damit unterstützen Sie den Geistlichen in seinem Dienst an den Menschen“. Es gebe laut dem Kärntner Bischof fünf Prioritäten für ein gelingendes Lebens. Einerseits bedürfe es genügend Schlaf, das sorge ua. für Kreativität. Schwarz warnt laut diesen Prioritäten vor einem Ausbrennen in der Seelsorge. Zweitens seien körperliche Bewegung sowie Gesundheit wichtig. Drittens bedürfe es für ein gelingendes Leben des Gebetes, „der Seele müsse immer wieder Sauerstoff gegeben werden“. Weiters brauche es Zeit für Gemeinschaft und Gespräch. Es komme ihm manchmals so vor, als ob es vor lauter Kommunikationsmöglichkeiten zu wenige persönliche Begegnungen gebe. In der traditionellen Rekreation der Mönche gehe es gerade um solche freundschaftlichen Begegnungen. Fünftens sei die Arbeit zentral, wobei manche daraus einen Ersatz für Begegnung oder Gebet machen würden. Diese Prioritäten seien wichtig für die innere Balance sowie für die Seelsorge. Das Leben gelinge aus diesen fünf Schritten heraus. Damit würden Perlen zum Glänzen gebracht. Kleine Schritte würden oft dabei oft den Alltag ausmachen. Der Bischof sagte auch: „Mögen die Menschen, denen Sie begegnen, spüren, dass Sie beim Reden mit und über die anderen Menschen Freude ausstrahlen, dass Sie das Gute in der Welt sehen und es den Menschen auch vermitteln können. Dann wird der Pfarrhof zu einem Ort, zu dem man gerne kommt.“

Treffen alle fünf Jahre

Durchschnittlich treffen sich die Berufsgemeinschaften der Pfarrhaushälterinnen alle fünf Jahre zu einer gemeinsamen Wallfahrt. Bisher waren diese nach Rom, Lourdes oder Lisieux. Diesmal ist Österreich Gastland und lud eben in die Stifte Melk und Göttweig ein. Mit einer Schifffahrt bis Krems und einer Führung mit anschließender Vesper mit dem Konvent des Stiftes Göttweig ging die Begegnung zu Ende.

Österreichweit rund 1200 Pfarrhaushälterinnen

In der Diözese St. Pölten gibt es 107 aktive Pfarrhaushälterinnen, 47 sind „aktiv in Pension“ und 54 pensioniert – gesamt also 208 Frauen. Österreichweit sind laut Sigrid Seiser rund 1200 Personen in der Berufsgemeinschaft vertreten.

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