Nepal-Erdbeben: Papst gibt 100.000 Dollar Soforthilfe

Der Päpstliche Rat Cor Unum hat 100.000 Dollar Soforthilfe an die Erdbebenopfer in Nepal überwiesen. Das Geld ging an die Kirche des Landes, um die stark engagierten katholischen Hilfsorganisationen vor Ort zu unterstützen, teilte der Vatikan mit.

Die Summe sei ein erster konkreter Ausdruck der Nähe und Ermutigung von Papst Franziskus. Das Kirchenoberhaupt hatte zuvor am Sonntag auf dem Petersplatz zu tatkräftiger Solidarität mit den Opfern aufgerufen.

Auch aus der katholischen Kirche in Deutschland kam eine namhafte Spende: Die Erzdiözese Freiburg stellte der Caritas internationalis für die Nepal-Hilfe am Mittwoch eine Million Euro zur Verfügung, um Opfer der Naturkatastrophe mit Medikamenten, Zeltplanen, Nahrung und Trinkwasser zu versorgen. Das Hilfswerk des deutschen Caritas-Verbandes bringt derzeit Fachkräfte, Zeltplanen, Decken und medizinische Hilfe nach Nepal und will hier in katholischen Schulen und Gemeindezentren Notaufnahmelager errichten, um so über 100.000 Menschen medizinisch zu betreuen.

Die österreichische Caritas hatte am Dienstag 250.000 Euro als Erdbeben-Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus unterstützen zwei österreichische Caritas Katastrophenhelfer - der Wiener Andreas Zinggl und der Tiroler Thomas Preindl - seit Dienstag die Caritas Nepal vor Ort. Deren Hilfsmaßnahmen konzentrierten sich bislang auf die Hauptstadt Kathmandu, werden jedoch nun auch andere betroffene Regionen ausgeweitet.

Versorgung katastrophal

Nepals Caritas-Präsident Pius Perumana zufolge habe man noch am Tag des Bebens mit der Verteilung von Plastikplanen als Regenschutz für die nun auf der Straße lebende Bevölkerung begonnen, ein weiterer Schwerpunkt war bisher die Essensverteilung. Opfer des Bebens erhalten hier Reis, Linsen, Bohnen, Fertignudeln, Zucker, Salz, Tee und Öl, legten Zinggl und Preindl am Mittwoch im "Kurier" dar, was gut funktioniere: Dank der Ruhe und Disziplin der Menschen gebe es keine Plünderungen oder Gewaltaktionen.

Die Versorgungslage vor Ort ist dennoch katastrophal: Fast 90 Prozent der Geschäfte Kathmandus seien geschlossen, die Trinkwasserversorgung sei immer wieder unterbrochen, da mit dem Strom immer wieder auch die Pumpen ausfallen. Verwundete werden laut den österreichischen Caritas-Helfern in Zelten operiert, zumal die Krankenhäuser überfüllt oder teilweise zerstört sind, aufgrund fehlender Blutkonserven gebe es viele Aufforderungen, Blut zu spenden.

Weiterhin übernachten die Menschen aus Angst vor Nachbeben im Freien statt in den Häusern, auch wenn diese intakt aussehen. Erschwerend ist dabei laut Zinggl der fast ununterbrochene Regen und die kühlen Temperaturen von rund 15 Grad. Mittlerweile versuchen viele Menschen, Kathmandu zu verlassen - um bei Verwandten in von der Katastrophe unberührten Landesteilen unterzukommen, oder um herauszufinden, wie es ihren Angehörigen und den Häusern auf dem Land geht. Laut den Hilfsorganisationen vor Ort dürfte die Lage in den entlegenen Landesgebieten noch viel schlimmer sein als in der Hauptstadt.

Caritas-Spendenkonto bei der PSK: IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004, Kennwort: "Erdbeben Nepal"