Jungschar-Studie: Beeindruckende Reichweite der Kinderpastoral

Mit Zahlen, die dem sonst vorherrschenden Konstatieren eines Mitgliederschwunds in der Kirche zuwiderlaufen, kann die Katholische Jungschar (KJSÖ) aufwarten: Eine jetzt präsentierte Studie mit einem empirischen Befund über die Kinderpastoral in Österreich ergab nämlich, dass 72.767 Mädchen und Buben als Jungscharkinder und Ministrantinnen bzw. Ministranten in Österreichs Pfarren aktiv sind.

Das sind laut einer KJSÖ-Aussendung am Montag rund 13 Prozent aller 6- bis 14-jährigen Katholiken im Land - eine Quote, die "nominell in etwa einer Größenordnung, wie sie bereits in den 1960er Jahre bestand, entspricht". Begleitet werden die Kinder von 12.955 ehrenamtlich tätigen Jungschar-Gruppenleitern.

Wenn man bedenke, dass die potenzielle Zielgruppe während der vergangenen Jahrzehnte kleiner wurde, sei unbestreitbar, dass sich Jungschararbeit über die Jahre hinweg "als zentraler Bestandteil des pastoralen Angebots der Pfarren für Mädchen und Buben gut verankern konnte", freut sich KJSÖ-Vorsitzende Sara Dallinger. "Diese Tatsache gibt Kraft und Schwung." Präsentiert wurden die Ergebnisse der Jungschar-Studie 2014 im Beisein von Jugendbischof Stephan Turnovszky am Wochenende bei der Vollversammlung der Kinderorganisation in Linz.

Der Berichtsband dokumentiert die Ergebnisse einer dreijährigen quantitativen und qualitativen Erhebungs- und Analysearbeit. Überprüft wurde, ob die Grundzüge der vor über 65 Jahren in Österreich begonnenen Jungschararbeit trotz des gesellschaftlichen Wandels, der kirchlichen Transformationskrise und nicht zuletzt der sich ändernden Bedingungen des Heranwachsens heute noch seine Gültigkeit haben. "Die Studienergebnisse beruhigen", so dir nunmehrige Bilanz. "Der gegenwärtige kirchliche Krisendiskurs scheint die Kinderpastoral nicht zu berühren."

Breite Beteiligung der Pfarren

86 Prozent aller Pfarren in Österreich - konkret 2.592 - haben sich an der Fragebogenerhebung beteiligt und Fakten zur Kinderpastoral übermittelt. Durch diese enorm hohe Rücklaufquote könne nun ein repräsentatives Gesamtbild zur Arbeit der Katholischen Jungschar vorgelegt werden. Alle Pfarren hätten angegeben, dass bei ihnen Jungschar- und/oder Ministrantengruppen bestehen - in ganz unterschiedlichen Größenordnungen, aber mit regelmäßigen Zusammenkünften.

Neben aktuellen Zahlen beinhaltet die Studie Angaben zum Selbstverständnis der Gruppenleiter sowie zu unterschiedlichen Formen der pfarrlichen Jungschararbeit und entsprechenden Praxisempfehlungen.

Die Studie "Jungschar-Studie 2014. Kinderpastoral in Österreichs Pfarren. Empirische Befunde und Analysen." von Ingrid Kromer und Michaela Hajszan ist ab sofort unter www.jungscharshop.at erhältlich. (Infos auch unter www.jungschar.at)

(KAP)