Herzogenburger Propst Fürnsinn 75

Am 5. Mai feiert der Herzogenburger Propst Maximilian Fürnsinn seinen 75. Geburtstag. Zu einem vorgezogenen Geburtstagsfest waren am Mittwochabend zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft nach Herzogenburg gekommen, um mit dem Jubilar eine Pontifikalvesper zu feiern und ihm im Anschluss bei einem Festakt im Stift zu gratulieren.

Als Gratulanten stellten sich dabei u.a. Bischof Klaus Küng, Landeshauptmann Erwin Pröll, der evangelische Superintendent Paul Weiland,  Abtpräses Christian Haidinger und die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs Sr. Beatrix Mayrhofer ein.

Fürnsinn ist mit seinen 36 Jahren Amtszeit der längst dienende Propst in der 900-jährigen Geschichte des Stiftes Herzogenburg und zugleich der längstdienende Abt Österreichs. 27 Jahre war er Vorsitzender der Niederösterreichischen Äbtekonferenz und 15 Jahre Vorsitzender der Superiorenkonferenz der Männerorden in Österreich.

Landeshauptmann Pröll hob in seiner Geburtstagsansprache Fürnsinns Leistung bei der Führung des Stiftes und der Renovierung der Klosteranlage hervor. Weiters würdigte Pröll den Jubilar als "Seelsorger und Hirten", der "klare, glaubwürdige und, wenn es sei musste, auch mahnende Worte findet". Fürnsinn sei eine "große Priesterpersönlichkeit" und man merke, "dass dir dein Wirken Freude macht". Das wirke ansteckend in allen Begegnungen.

"Er war mir von Anfang an ein guter Gesprächspartner und Berater", sagte St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng bei den Feierlichkeiten in Herzogenburg. Der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried bezeichnete Fürnsinn als "gestandene Person mit viel Bodenhaftung. Das gibt ihm auch die nötige Lockerheit", so der Weihbischof, der dem Herzogenburger Abt Propst zudem klare Ziele und große Menschlichkeit attestierte.

Fürnsinn war oftmals mit der "Amtskirche" nicht einer Meinung und tat dies selbstbewusst kund, was Gregor Henckel-Donnersmarck, Altabt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, als Geradlinigkeit bezeichnete. "Er hat immer die richtige Art und Weise gefunden, deutlich zu sagen, was er meint, ohne aber ruppig zu sein." Dass Fürnsinn Dinge beim Namen nenne, Überzeugungskraft besitze und die "Herzen der Menschen aus verschiedenen Schichten" anrühre, erklärte sein Stiftsdechant und Mitbruder Mauritius Lenz Propst Fürnsinn.

Bodenständiger Fleischhauer

Dankbarkeit bezeichnete Fürnsinn in seinen Dankesworten als eigenen Anlass der Feier. Seinen Charakter führte er auf seine einstige Familiensituation in der väterlichen Fleischhauerei zurück, wo er "eine gewisse Bodenständigkeit" angenommen habe. "Ich habe versucht, mir diese Bodenständigkeit zu bewahren. Ich habe zuhause natürlich auch gelernt, dass man anpacken muss. Auch das hat mein Leben bestimmt", so Fürnsinn. Vom nunmehrigen gemeinsamen Leben, Arbeiten und Beten in der Klostergemeinschaft fühle er sich "reich beschenkt".

Propst Maximilian Fürnsinn wurde am 5. Mai 1940 in Herzogenburg geboren und ist der Sohn einer Fleischhauerfamilie. Er erlernte zunächst noch den elterlichen Beruf und arbeitete im väterlichen Betrieb. Nach der Matura in Horn trat er in das Stift Herzogenburg ein. Nach seiner Priesterweihe 1972 war er einige Jahre als Kaplan in Herzogenburg tätig. 1979 wurde er zum 68. Propst des Stiftes gewählt. Von 1998 bis 2013 bekleidete er auch das Amt des Vorsitzenden der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs.

(KAP)