Diözese feiert 150 Jahre Kolping-Werk Waidhofen/Ybbs

Foto v.l.n.r.: Bürgermeister Werner Krammer, Kolpinghaus-Präses Martin Herz, Bischof Klaus Küng, Landeshauptmann-Stv. Wolfgang Sobotka, Dechant Herbert Döller.

Waidhofen/Ybbs, 17.09.2015 (dsp) Bischof Klaus Küng würdigte die Arbeit des Kolpingvereins Waidhofen/Ybbs anlässlich des Festaktes 150 Jahre Gesellenverein und Kolpingfamilie. Das Schüler/innen-Wohnheim – das seit den 1960er Jahren besteht - gebe jungen Menschen eine Heimat in der Fremde. Hier würden sie einen Halt bekommen und Gemeinschaft erleben. Damals wie heute müsse die Gesellschaft ihre Antennen ausfahren, um die Anliegen der Jugendlichen wahrzunehmen - gerade auch jener mit schwierigen Familiensituationen.

Kolpinghaus-Präses Martin Herz betonte, man müsse den Jugendlichen Räumlichkeiten anbieten, in denen sie sich wohlfühlen können. Weiters seien Rahmenbedingungen zu schaffen, die Solidarität, Füreinander und Kameradschaft unter den Heim-Bewohner/innen erzeuge. Das alles falle nicht vom Himmel. Er haben schon viele Orte kennengelernt, in denen die Kolping-Familie tätig ist. Vielfach Armutsverwahrlosung von Jugendlichen erlebt, hier bei uns spüre er manchmal dagegen eine Wohlstandsverwahrlosung. Ziel der Waidhofner Einrichtung sei es, in schulischen und menschlichen Bereichen zu helfen und familiär umzugehen. Daher werde das Haus auch oft „Vaterhaus“ genannt. Präses Herz verwies auf die große Nachfrage nach Heimplätzen, die vor allem von Schülerinnen und Schülern der HTL Waidhofen belegt werden. Das Kolpinghaus Waidhofen sei ein Betrieb mittleren Ranges und sei für die Wertschöpfung der Stadt wichtig, erinnerte er die politischen Vertreter.

Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka erinnerte daran, dass wir heute in einer Zeit des Umbruchs leben würden – genau wie zu Zeiten von Adolph Kolping (1813-1865), dem Gründer. Dieser war ein deutscher katholischer Priester und setzte sich intensiv mit der sozialen Frage von Jugendlichen auseinander. Ein derartiger Umbruch brauche Menschen, die Jugendlichen begleiten, um künftige Herausforderungen zu meistern. Dazu bedürfe es fester Werte und Fundamente.

Der Kolping-Gedanke

Gegründet als „katholischer Gesellenverein“ vor rund 160 Jahren, hat sich Kolping Österreich zu einem modernen Sozialverband gewandelt, der wirksam und nachhaltig „Hilfe zur Selbsthilfe“ leistet. Dabei wurden die unterschiedlichsten Aufgabenfelder erschlossen: von Mutter-Kind-Einrichtungen über Beratungsstellen bis zur professionellen Altenpflege. Möglich war dies, weil es bei Kolping viele Menschen gibt, die sozial wachsam sind und immer neue Antworten auf die jeweiligen „Nöte der Zeit“ gesucht und gefunden haben. Die Kolping-Arbeit in all ihrer Vielfalt, in den Jugendwohnhäusern ebenso wie in den Sozialeinrichtungen, braucht – und hat – eine starke Basis: den Kolping-Verband. Dieser wird getragen von Menschen, die gute Erfahrungen mit Kolping gemacht haben: viele von ihnen haben eine Zeitlang in einem Kolpinghaus gewohnt; andere sind über Freunde oder Bekannte dazugekommen.

Das Kolping-Haus Waidhofen/Ybbs

Das Kolpinghaus Waidhofen/Ybbs ist ein Schülerwohnheim für 146 Schülerinnen und Schüler und Studierender. Es liegt im Zentrum der Stadt und ist ungefähr 1,2 Kilometer von der HTL entfernt. Das Haus verfügt über 64 Zimmer, die entweder als Doppelzimmer oder Einzelzimmer vermietet werden. Dreibettzimmer gibt es nur auf besonderen Wunsch der Schüler. Die Zimmer sind möbliert. 42 Zimmer wurden in den letzten fünf Jahren umgebaut und sind als Komfort-Zimmer mit eigener Dusche, Toilette und Waschgelegenheit im Zimmer ausgestattet. Die einfacheren Zimmer sind mit Waschbecken im Zimmer, Toilette und Dusche auf dem Gang. Das Schülerwohnheim verfügt über eine eigene Küche mit großem Speisesaal und einer Teeküche für die Mahlzeiten zwischendurch, die jeder benutzen kann. Einen großen Aufenthaltsraum mit Fernseher gibt es in jedem Stock, der auch zum gemeinsamen Lernen vor Prüfungen genutzt werden kann. Für die Freizeit gibt es eine Turnhalle für Fußball und Tischtennis, einen Clubraum mit 2 Kegelbahnen, Billard- und Tischfussballtisch. Sehr beliebt sind auch die Freizeitangebote für alle, wie Kartfahren, Bobfahren, Skifahren, Kolpingdreikampf, Fußballtuniere etc., die immer wieder angeboten werden.

Foto v.l.n.r.: Bürgermeister Werner Krammer, Kolpinghaus-Präses Martin Herz, Bischof Klaus Küng, Landeshauptmann-Stv. Wolfgang Sobotka, Dechant Herbert Döller.