Bischof beim Minitag 2019
Weihbischof Anton Leichtfried bei der Karfreitagsliturgie
Familien
Ferien-Kinderlager
Pilgern im Sommer
Kräuterbuschen zu Mariä Himmelfahrt
 
 

Diözesanarchiv erleichtert Spurensuche in der Vergangenheit

Genealogie-Tagung

St. Pölten, 17.01.2015 (dsp) Ein europaweit bisher einmaliges Symposium zum Thema Genealogie veranstaltete das Diözesanarchiv der Diözese St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt. 190 Experten aus dem In- und Ausland informierten sich über eine Reihe von Digitalisierungsprojekten, die „die wertvollsten Quellen der Familienforschung, die Matriken, online stellen und erstmals einem breiten Forscherkreis zugänglich machen“, wie Diözesanarchivar Thomas Aigner erklärte.

Die gemeinnützige Plattform „GenTeam“ (www.genteam.eu) zählt mittlerweile über 11 Millionen Einträge aus Quellen der Familienforschung, alten Kirchenbüchern, Standesamtsregistern, Ortsverzeichnissen, Sterbeanzeigen sowie kirchlichen und grundherrschaftlichen Aufzeichnungen. „Heute scheint es uns schon fast selbstverständlich, dass so viele Daten online verfügbar sind. GenTeam hat in den letzten fünf Jahren einen gewaltigen Beitrag zur digitalen Zugänglichkeit historischer Quellen geliefert“, betonte Aigner, der auch Präsident des Internationalen Zentrums für Archivforschung (ICARUS) ist. Dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Wissenschaftler, Institutionen und Laienforscher näher zusammenzubringen, um gemeinsam die digitale Zukunft der Archive zu gestalten.

Das Diözesanarchiv St. Pölten verwahrt unter anderem die Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der westlichen Landesteile von Niederösterreich und gilt als Pionier im Bereich der digitalen Erschließung und Bereitstellung historischer Quellen. So ging es bereits im Jahr 2000 mit seinem Archivinformationssystem online, die digitalisierten Matriken folgten 2008. Durch seine kontinuierliche Beteiligung an internationalen Projekten erweitert es ständig seine Erfahrungen und Expertise auf diesem Gebiet und wurde dafür schon mehrfach ausgezeichnet.

Auf Spurensuche in der Vergangenheit

„Die Suche nach den eigenen Wurzeln fasziniert nicht nur Pensionisten“, berichtete der Organisator und Berufsgenealoge Felix Gundacker. In seinen Seminaren würden auch bereits 20-jährige den eigenen Vorfahren nachspüren und „von der Kosmetikerin bis zum Kommerzialrat ist jeder dabei“. Welchen Beruf hatte meine Großmutter? Wo lebten meine Vorfahren, und wie haben sie ihr Leben gemeistert? Oft sei es ein altes Familienfoto oder die Frage nach der Herkunft des eigenen Namens, die die Spurensuche auslöse. „Wer nur einen von seinen vier Großeltern nicht persönlich kannte, beginnt sich bereits zu interessieren“, so Gundacker. Ahnenforschung sei ein Prozess, der identitätsbildend wirken könne und Individuen ihre eigene Rolle innerhalb eines Familiensystems erfassen lasse.