Dichtes Programm für den Papst zu Ostern

Papst Franziskus hat in den kommenden Kar- und Ostertagen ein dichtes liturgisches Programm mit insgesamt sieben Gottesdiensten vor sich. Ein besonderes Augenmerk wird auf dem Abendmahlsgottesdienst am Donnerstagabend liegen. Weitere Höhepunkte sind traditionell die Palmweihe am Palmsonntag, die Chrisam-Messe am Gründonnerstag, der Karfreitags-Kreuzweg vor dem Kolosseum und schließlich die Osterliturgie.<--break->

Am Palmsonntag leitet Franziskus um 9.30 Uhr auf dem Petersplatz die Feier, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert und damit den Auftakt für die Karwoche bildet. Die Chrisam-Messe mit der Weihe der Heiligen Öle beginnt an Gründonnerstag zur gleichen Zeit im Petersdom.

Am Donnerstagnachmittag begibt sich der Papst in die Haftanstalt Rebibbia an der Via Tiburtina, wo zunächst ein Treffen mit den Insassen vorgesehen ist. Mit diesen wird Franziskus um 17.30 in der Gefängniskirche "Padre Nostro" die traditionelle Abendmahlsliturgie feiern, in deren Rahmen er in Erinnerung an die Fußwaschung Jesu zwölf männlichen und weiblichen Häftlingen die Füße wäscht. Berühmt ist das Rebibbia-Gefängnis vor allem dafür, dass dort der Papst-Attentäter Ali Agca einsaß, den Johannes Paul II. (1978-2005) im Dezember 1983 besuchte und ihm mit einer Umarmung verzieh. Am vierten Adventssonntag im Dezember 2011 traf dort auch Papst Benedikt XVI. (2005-2013) mit Gefangenen zusammen.

Traditionell findet die Gründonnerstagsliturgie in der Lateranbasilika statt, der eigentlichen römischen Papstkirche, wo die Vorgänger von Franziskus meist verdienten Klerikern die Füße wuschen. Schon bei seinem ersten Osterfest 2013 brach Franziskus jedoch mit dieser Tradition, indem er den Gottesdienst unter weitgehendem Ausschluss von Medien in einer Jugendstrafanstalt feierte. 2014 verlegte er den Ritus in eine Behinderteneinrichtung, in der er u.a. einem muslimischen Behinderten aus Libyen die Füße wusch.

Ebenfalls zwei liturgische Termine nimmt der Papst am Karfreitag wahr: Zunächst findet um 17 Uhr die Feier im Petersdom statt, die an das Leiden, die Kreuzigung und den Tod von Jesus Christus erinnert. Am gleichen Tag um 21.15 Uhr meditiert der Papst mit Zehntausenden Gläubigen vor der Kulisse des erleuchteten antiken Kolosseums die 14 Stationen des letzten Leidensweges Jesu. Die Vorbereitung der Texte, deren päpstlicher Auftrag stets als Auszeichnung gilt, obliegt diesmal dem emeritierten Bischof von Novara, Renato Corti (79). Der frühere enge Mitarbeiter des Mailänder Kardinals Carlo Maria Martini (1927-2012) hatte schon 2005 - noch unter Johannes Paul II. - die Fastenexerzitien für die römische Kurie gehalten.

Tags darauf beginnt schließlich am Karsamstag die mehrstündige Feier der Osternacht um 20.30 Uhr wieder in der Vatikan-Basilika. Die Ostermesse ist für den Sonntag um 10.15 Uhr auf dem Petersplatz vorgesehen. Um 12 Uhr schließt sich der feierliche Segen "Urbi et orbi" an, den Franziskus von der Mittelloggia des Petersdoms aus der Stadt Rom und dem Erdkreis spendet.

(KAP)