Bischof Küng: Priester sein ist oft wie eine "Kneipp-Kur"

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

Graz, 9.2.2015 (dsp/KAP) Priester sein ist nach den Worten des St. Pöltner Bischofs Klaus Küng "oft wie eine Kneipp-Kur": Heiß und kalt wechselten einander ab, "das heißt, man erlebt Positives und Negatives." Insgesamt bringe dieser Beruf aber "viel Schönes", etwa zahlreiche Vertrauensverhältnisse, wie Küng am Wochenende in der "Kleinen Zeitung" darlegte. Der Bischof kam in der Reihe "Meine Karriere" zu Wort, in der prominente Vertreter Einblick in ihren Arbeitsalltag geben.

Laut dem aus Vorarlberg stammenden gelernten Arzt gehört es "zum Schönsten, das man sich vorstellen kann", wenn man Menschen hilft. Zu den Highlights seines Berufs gehöre auch die "Erfahrung des Aufwachens der Liebe, wobei die Menschen Gott entdecken". Als Nachteile seiner Zunft bezeichnete Küng das tägliche Ringen um die richtigen Prioritäten des Lebens und notorischen Zeitmangel: "Man möchte sich für so vieles Zeit nehmen. Gerade im Bischofsamt sei die Nähe zu den einfachen Menschen eine der schwierigsten Herausforderungen: Denn Zeiten des Gebets seien unverzichtbar, dazu gebe es viel Schreibtischarbeit und Sitzungen in Gremien aller Art.

Bischof Küng begründete in dem Interview auch seinen Berufswechsel vom Arzt zum Priester. Er sei zunächst dem Vorbild seines Vaters gefolgt und Mediziner geworden, der u.a. im Wiener Kaiserin-Elisabeth-Spital und im Landeskrankenhaus Graz arbeitete. Parallel dazu studierte Küng Theologie und entschied sich, Priester zu werden. "Ich glaube, dass ich ein guter Arzt geworden wäre", so Küng im Rückblick. "Doch jeder muss seinen Weg finden. Ich bin jedenfalls nicht Priester geworden, weil ich nichts anderes zusammengebracht hätte."

Heute würde er, wie Küng beteuerte, "bei aller Liebe zum Arztberuf" nicht mehr tauschen. "Als ich Priester wurde, war ich von Anfang an, zu 200 Prozent, mit ganzem Herzen dabei."