Bischöfe unterstützen Kampagne "Österreich liest"

Breite kirchliche Unterstützung findet auch dieses Jahr wieder die Kampagne "Österreich liest", mit der die österreichischen Bibliotheken von 19. bis 25. Oktober die Lust am Lesen wecken wollen. Fünf österreichische Diözesanbischöfe, ein Abt und ein Bischofsvikar stellen sich als prominente "Leseratten" aus dem kirchlichen Bereich in den Dienst der Sache und sind mit griffigen Slogans auf Werbeplakaten präsent.

Bischof Klaus Küng äußert die Überzeugung: "Wer liest, tritt ein in die große Welt des Denkens. Das ist gerade heute wichtig." Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn bezeichnet die Bibliotheken als "Apotheken des Geistes", der Salzburger Erzbischof Franz Lackner als "Reiserouten des Geistes". Für den Kärntner Bischof Alois Schwarz stärkt Lesen Geist und Seele, und sein Eisenstädter Amtskollege Ägidius Zsifkovics lässt mit der Aussage schmunzeln: "Lesen beflügelt, auch wenn wir keine Engel sind." Der Abt von Stift Wilten in Tirol, Raimund Schreier, unterstreicht die Horizonterweiterung durch Lektüre mit der Aussage: "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne." Der Linzer Bischofsvikar für Bildung, Johann Hintermaier, schließlich beteuert: "Lesen bringt Farbe ins Leben."

Auch viele andere "Promis" lassen sich als Werbeträger fürs Lesen gern vor den Karren der Kampagne "Österreich liest" spannen, so etwa Oscar-Preisträger Christoph Waltz, die Sängerin Anna Netrebko, ÖGB-Präsident Erich Foglar, Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer oder die Köchin Sarah Wiener. Den Ehrenschutz für die Aktion hat Bundespräsident Heinz Fischer übernommen.

Der Büchereiverband Österreichs weist auf Tausende Begleitveranstaltungen in ganz Österreich hin, die jedes Jahr rund eine halbe Million Besucher anlocken: Lesungen, Workshops, Literatur-Cafés, Poetry Slams, Bastelstunden, Bilderbuchkinos, Literaturwanderungen und vieles mehr werden von Bibliotheken, von der Österreichischen Nationalbibliothek bis hin zur kleinen Pfarr- oder Schulbibliothek, angeboten.

Die jüngste Statistik des Büchereiverbandes Österreichs straft Behauptungen Lügen, dass Lesen im Internetzeitalter immer mehr in den Hintergrund tritt: Die Zahl der Besuche in Bibliotheken kletterte 2014 erstmals über die Marke von zehn Millionen. Bei den Entlehnungen wurde ein Plus von 3,1 Prozent auf knapp 23 Millionen verzeichnet.

Kirche ist wichtiger Umschlagplatz für Bücher

Die Kirche ist seit jeher ein wichtiger Umschlagplatz für Bücher: Von den insgesamt 1.470 öffentlichen Bibliotheken in Österreich sind laut einer Statistik des Büchereiverbandes Österreichs 245 in kirchlicher Trägerschaft, im Vorjahr wurden mehr als 700.000 Besuche verzeichnet. Mehr als 2.000 Menschen sind in den meist pfarrlichen Bibliotheken ehrenamtlich engagiert, zuletzt gab es mehr als 1,1 Millionen Entlehnungen der 1,2 Millionen verschiedenen Bücher und Tonträger.

Facheinrichtungen wie die Studien- und Beratungsstelle zur Kinder- und Jugendliteratur (STUBE) bieten all jenen Unterstützung, die Kinder- und Jugendliteratur vermitteln. Sie fördert "junges Lesen" z.B. durch die jährliche Empfehlungsliste "Seitenweise Kinderliteratur" oder den Fernkurs Kinder- und Jugendliteratur.

(15.10.2015, KAP)