Bischöfe: Neue Enzyklika ist "Gabe und Aufgabe"

Bischofskonferenz in Mariazell

Mariazell, 18.06.2015 (dsp/KAP) Als "epochales Dokument" und als "Gabe und Aufgabe zugleich" haben Österreichs Bischöfe die neue Enzyklika "Laudato si'" von Papst Franziskus bezeichnet. Das Lehrschreiben biete einen fundamentalen Blick auf die Ursachen der "noch nie in der Menschheitsgeschichte dagewesenen Bedrohungen für das Leben und Überleben auf Erde". Es gebe zudem eine umfassende öko-soziale Perspektive für das Überleben der Menschheit und zeige Optionen auf, die durchaus jene guten Kräfte weltweit wecken könnten, die für die Krisenbewältigung unerlässlich sind, heißt es der Erklärung der Bischofskonferenz, die im Rahmen ihrer heurigen Sommervollversammlung in Mariazell verabschiedet wurde.

Die Bischöfe vergleichen darin Papst Franziskus mit Papst Leo XIII.: Der heutige Papst habe "ein neues Kapitel in der kirchlichen Soziallehre aufgeschlagen" und einen neuen Typus geschaffen, ähnlich wie sein einstiger Amtsvorgänger vor über 100 Jahren, dessen Sozialenzyklika "Rerum novarum" bis heute gültige Impulse zur Entschärfung der Sozialen Frage gegeben habe.

In Franziskus' Lehrschreiben mit dem Untertitel "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" werde ein "nüchternes und zugleich von christlicher Hoffnung getragenes Bild einer gefährdeten Schöpfung" aufgezeigt, halten die Bischöfe fest. Zentrale Frage des Dokuments sei jene nach der "Art von Welt, die wir wir denen überlassen wollen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen." Die Verwobenheit der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimension der gegenwärtigen Krise verpflichte zum Dialog, zu umfassenden Maßnahmen und zu einem Ende der Wegwerfkultur.  

Studientag zur Enzyklika im Herbst

Die Impulse des Papstes werden bei der nächsten Versammlung der Bischofskonferenz im Herbst oberste Priorität haben und Thema eines eigenen Studientages sein, kündigten die Bischöfe an. Eine wertvolle Grundlage dafür lieferten die Zwischenergebnisse und konkreten Empfehlungen des im Mai veranstalteten "Zukunftsforums der katholischen Kirche". Die Bischöfe verwiesen weiters darauf, dass bereits seit Jahren in allen Diözesen sowie in rund 900 Pfarren kirchliche Umweltbeauftragte tätig sind. Sie alle seien aufgefordert, "sich mit den Verantwortungsträgern in Ökologie, Wirtschaft, Soziales, Politik, Gesellschaft und Medien der Sorge um das gemeinsame Haus zu stellen".

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