Berliner Bischofswahl: Domkapitel stimmte für Heiner Koch

Der Dresdner Bischof Heiner Koch (60) soll neuer Berliner Erzbischof werden. Das Berliner Domkapitel habe aus einer vatikanischen Dreierliste ("Terna") mit der erforderlichen Mehrheit für Koch als neuen Erzbischof von Berlin gestimmt, wie die KNA berichtet. 

Wenn die Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern keinen Einwand erheben, kann Papst Franziskus in den kommenden Tagen oder Wochen Koch zum Erzbischof von Berlin ernennen.

Der frühere Kölner Weihbischof Heiner Koch wurde vor zwei Jahren Bischof der Diözese Dresden-Meißen. Der gebürtige Düsseldorfer leitet in der Deutschen Bischofskonferenz die Kommission für Ehe und Familie. Damit ist er auch an der Vorbereitung der Bischofssynode zu Ehe und Familie im Oktober in Rom mitbeteiligt.

Die Erzdiözese Berlin ist seit rund acht Monaten ohne Erzbischof. Im vergangenen September hatte Kardinal Rainer Maria Woelki die Hauptstadtdiözese nach drei Jahren an der Spitze verlassen, um die Leitung der Erzdiözese Köln zu übernehmen.

Nach Versetzung, Amtsverzicht oder Tod eines Bischofs machen Kirchenrecht und staatliches Recht klare Vorgaben für die Wahl des Nachfolgers, wobei für Berlin die Bestimmungen des Preußenkonkordats gelten, das der Heilige Stuhl und das Land Preußen 1929 abschlossen.

Innerhalb von acht Tagen muss demnach das Domkapitel einen Diözesanadministrator wählen. Dieser leitet die Diözese übergangsweise. Zudem muss das Domkapitel eine Kandidatenliste für die Wahl des neuen Diözesanbischofs aufstellen. Die Bischöfe in den Diözesen, für die das Preußenkonkordat ebenfalls gilt, können weitere Listen einreichen.

Die Listen werden über den Apostolischen Nuntius an den Vatikan weiter geleitet. Die zuständige Bischofskongregation schickt dann eine Liste mit drei Namen an die jeweilige Diözese zurück, wobei sie an die Vorschläge der Ortskirche nicht gebunden ist. Nach Eintreffen dieser Liste ruft der Dompropst das Domkapitel zur Wahl zusammen.

Wenn sich die Domkapitulare auf einen der drei Kandidaten einigen und dieser die Wahl annimmt, teilt der Dompropst das Wahlergebnis den Landesregierungen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit, auf deren Gebiet die Erzdiözese Berlin liegt. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern fragt er an, ob Bedenken politischer Art gegen den gewählten Kandidaten bestehen. Brandenburg verzichtete auf eine solche Möglichkeit des Einspruchs.

Wenn keine Bedenken vorliegen, übermittelt das Domkapitel anschließend den Ernennungsvorschlag dem Papst. Ihm ist die Ernennung des neuen Bischofs vorbehalten. Die Bekanntgabe der Entscheidung erfolgt gleichzeitig in Rom und in Berlin.