"Aktion Leben": 60 Jahre Beratung und Hilfe für Schwangere

Seit 60 Jahren bietet die "Aktion Leben" in Österreich Beratung und Hilfe für schwangere Frauen. Dieses Jubiläum feiert der unabhängige Verein, der sich überwiegend aus privaten Spenden finanziert, mit einem Festakt am 12. November in Wien.

Das Thema der Veranstaltung lautet "Unsere Vision vom Kinderbekommen - Was brauchen Eltern und Kinder für einen guten Start?". Neben aktuellen Themen wie Fortpflanzungsmedizin und Bindungsförderung von Anfang an wird "Aktion Leben"-Präsidentin Gertraude Steindl dabei auch einen Überblick über Geschichte und Gegenwart der überkonfessionellen Lebensschutz-Initiative geben.

Der Festakt am 12. November beginnt um 14.15 Uhr im Festsaal des Raiffeisenhauses (Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien). Nach einem interreligiösen Gebet und den Ausführungen von Präsidentin Steindl spricht der Innsbrucker Uni-Professor und Psychiater Josef Christian Aigner über Kindeswunsch und Kindeswohl in der Fortpflanzungsmedizin, danach referiert die Psychologin Bettina Alberti unter den Titel "Die Seele fühlt von Anfang an" über prä- bzw. postnatale Mutter-Kind-Beziehungen. Um 17 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion zum Veranstaltungsthema, an der auch Ingrid Nemec als Vertreterin des Familienministeriums teilnimmt. Ministerin Sophie Karmasin hat den Ehrenschutz übernommen. 

Beratung, Aufklärung, PR-Arbeit

In der Ankündigung informiert die "Aktion Leben" auch über ihre Leistungen: Etwa 500 Frauen pro Jahr würden derzeit das umfangreiche, kostenlose Angebot der Schwangeren-Beratungsstelle in Wien nützen. Vielfältige Bildungsarbeit rund um Sexualpädagogik, Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft erfolgt in etwa 100 Workshops pro Jahr. Dazu kommt die Ausstellung "LebenErleben" über das vorgeburtliche Leben und die körperlich-seelische Verbundenheit von Kind und Mutter, die die "Aktion Leben" in Kooperation mit ihren Bundesländer-Vereinen österreichweit anbietet.

In den Bereich Öffentlichkeitsarbeit fallen Broschüren zu einer breiten Themenpalette von Schwangerschaftskonflikten über bioethische Themen, Pränataldiagnostik und Fortpflanzungsmedizin bis hin zur vorgeburtlichen Bindung. Auch ein "info-dienst bio-ethik" wird vierteljährlich herausgegeben.

Über Bürgerinitiativen bringt die "Aktion Leben" gesellschaftspolitische Themen in die Öffentlichkeit - derzeit die Parlamentarische Bürgerinitiative "Fakten helfen!", mit der der Politik Hinschauen auf das Tabuthema Schwangerschaftsabbruch abverlangt wird, um gezielt gegensteuern zu können.

"Was uns auszeichnet, ist die Verbindung von praktischer Arbeit und gesellschaftspolitischem Engagement", erklärte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler. Ihrem Gründungsziel, Abtreibungen durch Prävention, Bewusstseinsbildung und konkrete Hilfe zu senken, sei der Verein bis heute treu geblieben. "Wir erleben , dass einseitig ein 'Recht auf Abtreibung' propagiert wird, ohne Blick auf das Kind, die Verantwortung der Gesellschaft und letztendlich auch ohne weitere Angebote für Frauen, die wegen einer Schwangerschaft in eine Krise geraten", kritisierte Kronthaler. "Hinsehen und helfen ist unser Anspruch, den wir mit unserer Beratungsstelle tausendfach geleistet haben und nach wie vor tun." 

(3.11.2015, KAP)