„Zukunftsräume und Zukunftsträume“

Unif.-Prof. Dr. Joachim Sander

St. Pölten, 11.07.2014 (dsp) Wer Zukunftsträume verfolgen will, braucht dafür Gegenkonzepte zu Problemen der Zeit, in denen das „Ringen der Menschen um Anerkennung ihrer Würde“ sichtbar werden kann. Das sagte der Salzburger Dogmatiker Joachim Sander im Eröffnungsreferat der 28. Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung Österreichs im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten.


Zum Thema „Zukunftsräume und Zukunftsträume“ legte Sander dar, dass in ganz unterschiedlichen Lebensräumen von Zukunft geträumt werde. Statt sich an unerreichbar entfernten „Utopien“ (Nicht-Orten) und unbestimmbar großen „Atopien“ (Un-Orten) festzuklammern, sollten sich Christen vielmehr auf „Heterotopien“ (Anders-Orte) konzentrieren: auf „Vorratsspeicher, die dann benötigt werden, wenn die Zeiten hart sind und sich nicht zu bessern scheinen“. Vergleichbar sei dies mit jenen Getreidespeichern, mit denen der biblische Josef die Träume des Pharaos von fetten und mageren Kühen, die „Zeichen der Zeit“, konterkariert habe.

Als einen „Andersort“ stellte Sander auch die Aufgabe des Staates dar, das paradox anmutende Ziel des Wohlstandes aller und jedes Einzelnen zugleich anzusteuern. Dies sei als „überaus moderne Sichtweise“ erst seit dem 18. Jahrhundert beachtet worden und heute vor allem im Sozialstaat als „elementare Grammatik für good governance“ erhalten.

„Die Sommerakademie bildet den Auftakt zum kommenden Jahresthema der Katholischen Männerbewegung Österreichs. Dieses wichtige Thema lautet: Entwicklung in Gesellschaft und Kirche in Österreich“, so KMBÖ-Vorsitzender Leopold Wimmer.