Zahl der Kirchenaustritte erneut gesunken

Diözesankarte

St. Pölten, 14.01.2014 (dsp) Die Zahl der Kirchenaustritte ist in der Diözese St. Pölten das dritte Jahr hintereinander leicht gesunken: Im Jahr 2013 haben sich 4.838 Personen von der katholischen Kirche abgemeldet, 2012 waren es 5.094 Austritte. Das entspricht einem Rückgang von 5%. Die Gesamtzahl der Katholiken, die ihren Hauptwohnsitz in der Diözese St. Pölten haben, beträgt nun 516.642 Personen; das sind um 1,1% weniger als vor einem Jahr.

„Wir sind den Kirchenbeitrag zahlenden Katholiken sehr dankbar, dass sie einen wesentlichen solidarischen Beitrag für das geistige und soziale Klima in Österreich leisten“, sagt Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten. „Sie stützen mit ihrem Beitrag religiöse und spirituelle Werte und zeigen damit, dass ihnen die christliche Kultur offensichtlich wertvoll ist.“
Einen Grund für viele Austritte sieht Winklmayr im „Protest gegen die Form, wie die Kirche mit Geld und Besitz umgeht, und wie strukturelle und organisatorische Entscheidungen getroffen werden“. Die Menschen wollten an kirchlichen Entscheidungen partizipieren, unabhängig davon, ob dies in einzelnen Fällen jeweils berechtigt sei oder nicht.

Der Rückgang an Katholiken ist jedoch nicht nur auf die Kirchenaustritte zurückzuführen. Sowohl ein leichtes Defizit bei den Zu- und Abwanderungen, als auch der anhaltende Geburtenrückgang sind Gründe dafür. So sind im Jahr 2013 3.890 Katholiken in das Gebiet der Diözese St. Pölten zugezogen, 4.417 jedoch weggezogen, was einen Rückgang von 527 Katholiken ausmacht. Außerdem standen 4.967 Sterbefällen nur 3.245 Taufen gegenüber (vorläufige Zahlen); das ist ein Minus von 1.722 Personen. Allein auf die demographische Entwicklung entfällt also ein Rückgang von 2.249 Katholiken.

39 Personen haben den Austritt innerhalb von drei Monaten widerrufen. 283 Menschen sind 2013 wieder in die Gemeinschaft der Kirche eingetreten oder von einer anderen Konfession konvertiert. Da die Meldungen des letzten Quartals noch nicht eingegangen sind, dürften diese Zahlen ungefähr denen vom Vorjahr entsprechen.
„Vielen Menschen sind die Dienste der Kirche, wie sie in den Pfarren angeboten werden, zu einem Halt im Leben und zu einer Begleitung in Freud und Leid geworden“, sagt Direktor Winklmayr. Dazu zählten die freudigen Ereignisse wie Geburt, Taufe und Hochzeit ebenso wie der Trost in bedrückenden Stunden, in schwerer Krankheit, die sensible Begleitung der Hospizdienste vor dem Tod oder das Abschiednehmen am Grab. Ein weiterer wesentlicher Grund für den Wiedereintritt ist die meist positive und offene Atmosphäre in den 423 Pfarren der Diözese.