Weihbischof Leichtfried: Priester bei schönsten, schwierigsten, wichtigsten und intensivsten Lebenssituationen dabei

Weihbischof Leichtfried: Priester bei schönsten, schwierigsten, wichtigsten und intensivsten Lebenssituationen dabei

Göttweig, 09.08.2014 (dsp) Das Benediktinerstift Göttweig freut sich über die Priesterweihe von P. Benjamin Schweighofer, der in der Stiftskirche durch Weihbischof Anton Leichtfried geweiht wurde. Insgesamt gibt es heuer sechs Priesterweihen in der Diözese. Der St. Pöltner Weihbischof sagte in seiner Predigt: „Priester sind bei den schönsten, schwierigsten, wichtigsten und intensivsten Lebenssituationen der Menschen dabei.“ Das zeige sich schon bei den Sakramenten: Von der Taufe über die Hochzeit bis zum Begräbnis begleiten Priester andere. Es mache Christen aus, dass sie auch in schwierigen Lebenslagen nicht davonlaufen, sondern einander helfen. Priester seien also da, wenn es etwas zu freuen und zu lachen gibt, wenn in schlimmen Phasen niemand mehr zu anderen hingeht und wenn es den Kern des Lebens betrifft.

Es sei gut, wenn Priester bei diesen schönsten, schwierigsten, wichtigsten und intensivsten Momenten dabei sind, um menschlich beizustehen. Priester hätten daher aufgrund ihrer Christus-Verbundenheit und der Spendung von Sakramenten eine wichtige Funktion. Besonders bedeutend sei dabei die Feier der Eucharistie, wo daran erinnert wird, dass Christus für alle gestorben sei und gelebt habe. Aber nicht Priester oder die Menschen seien so gut, sondern Christus und das Evangelium. Darin zeige sich, wie ernst und gut es Gott mit uns Menschen meine. Es sei auch Aufgabe des Priesters, diese Botschaft zu vermitteln.

Hunderte Verwandte, Freunde, Angehörige vieler Stiftspfarren, aus seiner Heimatgemeinde Purk-Kottes und der Praktikumspfarre Paudorf-Göttweig kamen zu dem Festgottesdienst: Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und Weltoblaten des Stiftes, und sehr viele aus dem "Netzwerk" von P. Benjamin, speziell aus dem Jugendhaus Stift Göttweig und der Jugendpastoral. Über 50 Priester legten P. Benjamin die Hände bei der Weihehandlung auf. Der Neupriester bedankte sich bei allen Mitfeiernden, bat um das Gebet für ihn und spendete seinen ersten Primizsegen. Menschen sind auf der Suche und brauchen Orientierung und Begleitung. Dafür möchte ich als Priester da sein“, sagte Pater Benjamin Schweighofer. 

Ursprünglich hat P. Benjamin – Jahrgang 1975 - eigentlich einen anderen Weg eingeschlagen. Er absolvierte eine land- und forstwirtschaftliche Schule und erlernte auch das Schlosserhandwerk. In seiner Jugend engagierte er sich stark in seiner Gemeinde: Unter anderem ist er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Purk und war lange Jahre in der Landjugend tätig: als Bezirksobmann und im Landesbeirat. Weiters übernahm er viele Funktionen in seiner Pfarre Purk

Großes Gottvertrauen


In das Theologie-Studium ging er voll Gottvertrauen, es bestimmt seinen Alltag und habe immer wieder funktioniert: „Wenn Du Herr willst, dass ich diesen Weg gehe, dann gib mir das, was ich dafür brauche.“ 2009 legte er die Feierliche Profess ab. Pater Benjamin übernahm mehrere Aufgaben im Stift: So ist er Jugendseelsorger im diözesanen Jugendhaus Stift Göttweig und zuletzt absolvierte er sein Pastoraljahr in der Pfarre Paudorf, wo er im Dezember zum Diakon geweiht wurde.

In all seinen bisherigen pastoralen Erfahrungen wurde ihm bewusst: „Es ist schön, Menschen in allen Lebenssituationen zu begleiten. Umgekehrt habe ich viel Gutes von diesen Begegnungen zurückbekommen, etwa jüngst bei der Taufe von Zwillingen.“ In diesen Begegnungen mit Menschen habe er viel über Gott erfahren. Ihm sei weiters bewusst, dass die Menschen Begleitung und Orientierung brauchen. Menschen sollten aber auch gegenseitig Wegbegleiter sein. Pater Benjamin: „Menschen kommunizieren zwar, reden aber nicht wirklich miteinander, leben oft einander vorbei.“ Er möchte als Seelsorger den Menschen und dessen Würde in den Mittelpunkt stellen – gerade in einer Zeit der Leistungsgesellschaft.

Termine Primiz-Feierlichkeiten (als „Erstlingssegen“ äußerst populär in der Bevölkerung)

10. August, 10 Uhr, Heimatprimiz, Pfarre Purk, Primizprediger ist Abt Columban Luser

15. August, 10 Uhr, Klosterprimiz in der Stiftskirche Göttweig

07. September, 9 Uhr, Nachprimiz in der Pfarre Paudorf

Foto 1: Die Eltern des Neupriesters, Weihbischof Anton Leichtfried, P. Benjamin Schweighofer, Abt P. Columban Luser, Heimatpfarrer aus Purk P. Timotheus Juric, Prior P. Maximilian Krenn.
Foto 2: Weihbischof Anton Leichtfried legt P. Benjamin die Hände auf.