Weihbischof Fasching verstorben

em. Weihbischof Dr. Heinrich Fasching +

St. Pölten, 1. Juni 2014 (dsp) Der emeritierte Weihbischof von St. Pölten Dr. Heinrich Fasching ist am Nachmittag des 1. Juni nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Fasching wurde zuletzt im Elisabethheim ins St. Pölten gepflegt und hatte erst vor kurzem, am 24. Mai, seinen 85. Geburtstag begangen. Diözesanbischof Klaus Küng wird am Mittwoch, den 11. Juni, um 11 Uhr dem feierlichen Requiem im Dom von St. Pölten vorstehen. Im Anschluss wird der Verstorbene in der Bischofsgruft unter dem Presbyterium des Domes beigesetzt. Parte

In einer ersten Stellungnahme sagte Diözesanbischof Klaus Küng: „Weihbischof Dr. Heinrich Fasching ist heute von seinem langen und schweren Leiden erlöst und von Gott für immer zu sich gerufen worden. Die Diözese St. Pölten ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Sein Leben stand ganz im Dienste der Diözese. Unter seiner Ägide wurde der Dom renoviert, dem seine Liebe gehörte. Viele Jahre war er Dompropst, er kannte alle Priester und alle Kirchen des Landes, hat für sie unermüdlich gearbeitet und gesorgt – zunächst als Baudirektor, dann als Kanzler und schließlich als Generalvikar. Er hat für die Diözese gelebt, oft auch für sie und mit ihr gelitten. Ich hoffe für ihn, dass er nun in Gott ausruhen kann und seine volle Erfüllung gefunden hat.“<--break->

Lebenslauf

1929 in Höfnerberg in der Pfarre Pierbach in Oberösterreich geboren, hat Heinrich Fasching die Schule in Waidhofen/Thaya und nach dem zweiten Weltkrieg das Stiftsgymnasium in Melk besucht. Sein Theologiestudium absolvierte er in St. Pölten und wurde 1954 zum Priester geweiht.
Nach Kaplansjahren in Randegg, Loosdorf und St. Valentin wurde er 1956 Vizerektor im Seminar Melk und kam bereits 1957 bis 1960 zum Studium des kanonischen Rechtes an die päpstliche Universität Gregoriana nach Rom.
Nach seiner Rückkehr wurde Fasching Vizeoffizial des Diözesangerichtes und war von 1961 bis 1968 Ordinariatssekretär. Danach bekam er einen Lehrauftrag für Kirchenrecht an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten und wurde von 1970 bis 1992 Direktor des Diözesanbauamtes und von 1970 bis 1993 Ordinariatskanzler. Seit 1976 war Prälat Dr. Heinrich Fasching Mitglied des Domkapitels.
1991 wurde Dr. Heinrich Fasching zum Generalvikar bestellt und am 24. Mai 1993 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von St. Pölten und Titularbischof von Acci ernannt. Über die Diözesangrenzen hinaus war Dr. Heinrich Fasching Vorsitzender der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission, und Referatsbischof für die Bereiche Missio und die MIVA. Von 1994 bis 2003 war er Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax und von 1997 bis 2004 Präsident von Pax Christi Österreich.

Wissenschaftliche Werke

Ein besonders Anliegen war Weihbischof Fasching stets die historische Forschung. Im November 2008 veröffentlichte er sein wissenschaftliches Lebenswerk: die Edition „Die Wiener Konstitutionen für Regulierte Augustiner Chorherren in Österreich im 15. Jahrhundert“. Zu seinem 80. Geburtstag konnte Fasching – schon im Rollstuhl – sein letztes Werk vorstellen: „Buchbach – Heimatdorf und Heimatkirche“. In diesem Werk hat er historischen Quellen und Literaturvorgaben seines Heimatortes verarbeitet und neu zusammengestellt, aber auch für Heimatforscher interessante Berichte eröffnet. Zwei Kapitel des Buches befassen sich speziell mit der unter Josef II. gegründeten Pfarre und der Pfarrkirche, die bereits im 16. Jahrhundert erwähnt ist. Im letzten Kapitel erinnerte sich Heinrich Fasching seiner Kinder- und Jugendjahre in diesem Ort.
Weitere Publikationen von Dr. Fasching als Autor waren „Dom und Stift St. Pölten“ sowie Beiträge im „Hippolytus“ und den „St. Pöltner Heften zur Diözesankunde“.

Foto: em. Weihbischof Dr. Heinrich Fasching bei der Feier seines 80. Geburtstags