Unterdrückung der Kirchen in China steigt an

Die Unterdrückung christlicher Kirchen in China hat nach Angaben der "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) "einen neuen Höhepunkt" erreicht. "Die Behörden lassen willkürlich Kreuze von Kirchen entfernen, Gotteshäuser abreißen und schüchtern Christen massiv ein", teilte die internationale Menschenrechtsorganisation in Göttingen mit.



"Die Welle der Übergriffe richtet sich gegen offiziell registrierte Kirchen", sagte GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. Seit Januar 2014 seien allein in der Provinz Zhejiang mehr als 360 Kreuze von Kirchen entfernt oder Gotteshäuser niedergerissen worden. Gerechtfertigt würden die Handlungen mit einem landesweiten Programm zur Bekämpfung illegal errichteter Bauwerke. Betroffen seien vor allem Kirchen der offiziell anerkannten Drei-Selbst-Bewegung des chinesischen Protestantismus, der rund 15 Millionen Gläubige angehören.

Zu den Maßnahmen gehöre außerdem, dass staatliche Behörden keine Baugenehmigungen für den Ausbau von Gotteshäusern erteilten, so die GfbV. "So schränkt die chinesische Staatsführung das Recht auf Ausübung der Religionsfreiheit willkürlich ein und verletzt die in der Verfassung verankerte Glaubensfreiheit", sagte Delius. Chinas christliche Kirchen erleben laut GfbV derzeit "einen nie dagewesenen Boom" und müssten ihre Räumlichkeiten dringend erweitern.

In der Provinz Zhejiang sei es Gemeinden in den vergangenen Wochen mehrfach gelungen, ihre Kreuze mit 24-Stunden-Wachen vor den Gotteshäusern zu schützen. Im Bezirk Pingyang riefen 135 Gemeinden der Drei-Selbst-Gemeinde und der Chinesische Christenrat laut GfbV zum friedlichen Widerstand auf. Ein für vergangenen Montag geplanter Schweigegang von Christen zum Gebäude der lokalen Behörden in der Stadt Wenzhou sei jedoch abgesagt worden, da Polizisten die Pastoren im Vorfeld massiv eingeschüchtert und mit Verhaftungen gedroht hätten.

(KAP)