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Umfangreiche Maßnahmen zur Belebung des Pilgerzentrums Sonntagberg

Umfangreiche Maßnahmen zur Belebung des Pilgerzentrums Sonntagberg

Seitenstetten-Sonntagberg, 29.03.2014 (dsp) Das Mostviertel forciert das Pilgerwesen, mit der Basilika Sonntagberg und dem Benediktinerstift Seitenstetten im Mittelpunkt. Die Pilgerströme zum traditionellen Wallfahrtsort Sonntagberg, der von Seitenstetten aus betreut wird, könnten damit in den nächsten Jahren verdoppelt werden, hieß es heute bei einem Pressegespräch. Abt Petrus Pilsinger erinnert an zwei Jubiläen: 400 Jahre Gnadenbild, der so genannte Sonntagberger Gnadenstuhl, und die Erhebung zur päpstlichen Basilica minor vor 50 Jahren.

Neben Renovierungsmaßnahmen an der Sonntagberger Basilika sind weitere Maßnahmen der Aufbau eines Pilgerzentrums mit Nächtigungsmöglichkeit sowie eines Besucherzentrums, das die Wallfahrer an ihrem Ziel begrüßt. Dort sollen auch Führungen durch die Basilika und Schatzkammer gestartet und Pilgerandenken erworben werden können.

Pilgern sei eine Antwort auf die vielfältigen Anforderungen des modernen Lebens. Sie Suche nach sich selbst und einem tieferen Sinn führe wieder viele Menschen auf die alten Pilgerwege durch das Mostviertel und auch zu sich selbst, so Abt Pilsinger. Mit dem Ausstellungsprojekt „Pilgern – ein Weg zu vielen Zielen!“, das am 4. Mai mit einer Wanderung von Seitenstetten nach Sonntagberg eröffnet wird, schaffe viele Möglichkeiten für Besucher der Region, biete aber auch für Betriebe und Ausflugsziele die Chance, neue Zielgruppen anzusprechen. Das Stift Seitenstetten, der Sonntagberg und die vielen kleinen Wallfahrtsziele könnten viel aus ihrer Geschichte beitragen und würden Kunst und Spiritualität in zeitgemäßer Form vermitteln. „Pilgern entschleunigt und kann auch den Menschen im Mostviertel Bewusstsein für ihre Geschichte und Kunst vermitteln“, so der Benediktiner-Abt. Gleichzeitig ermögliche es den Kirchen, Klöstern und Pfarren, ihre pastoralen Aufgaben mit dem Wunsch der Menschen nach Spiritualität zu verbinden.

Konkret will das Stift gemeinsam mit Mostviertler Tourismusinitiativen traditionelle Pilgerwege reaktivieren und die Mostviertler Pilgerwege in ein österreichweites Pilgernetz integrieren. Die Tourismusverantwortlichen erhoffen sich davon die „alte Form des sanften Tourismus“ und eine Frequenzsteigerung für Gastronomie, Beherberger und Ausflugsziele. Grundlagen dafür seien, das „Pilgern ein langsam, aber beständig wachsendes Segment des Tourismus“ sei, und „Pilgern kompatibel ist mit Bewegungen wie Entschleunigung, Gesundheitsbewusstsein sowie Kultur- und Naturbewusstsein“. Pilgern harmoniere ausgezeichnet mit der Landschaft und Struktur im Mostviertel. Der Sonntagberg zählte und zähle zu den wichtigsten Wallfahrtszentren Österreichs, als Beispiel wurde genannt, dass im 19. Jahrhundert jährlich über 120.000 Gottesdienstbesucher dort waren.

Viele Mostviertler Pilgerziele

Neben der neuen Ausstellung „Pilgern – ein Weg zu vielen Zielen!“ werden die Mostviertler Pilgerwege kartographiert, Wegekarten mit touristisch relevanten Tipps erstellt, webbasierte Routenleitsysteme konzipiert oder Pilgerbetreuer theologisch und spirituell ausgebildet. Der neue Übersichtsfolder „Pilgern im Mostviertler“ zeigt: In der Region gibt es gleich elf Wallfahrtswege und dazu viele Pilgerziele wie der Sonntagberg, Maria Seesal oder die Kartause Gaming. Dazu sollen zahlreiche Gemeinden, Schulen, Vereine, Gaststätten und Pfarren eingebunden und informiert werden.

Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, Obfrau der Leader Region Tourismusverband Moststraße und Vorsitzende der Generalversammlung der Mostviertel Tourismus GmbH, erklärt: „Das aktuelle Projekt kann die lange Tradition der Wallfahrts- und Pilgerwege einbinden und für die Menschen heute aufbereiten. Pilgern als spezielle Form des sanften Tourismus ist wie gemacht für unsere Region.“ Gerade damit könnte das Mostviertel in „dieser hektischen und schnelllebigen Zeit ein aktuelles und nachhaltiges Angebot machen.“ Nationalrat und Obmann der Leader-Region Kulturpark Eisenstraße, Andreas Hanger, pflichtet bei: „Das Thema Pilgern hat Kraft und gerade der Kulturparkt Eisenstraße ist reich an diesen besonderen Kraftplätzen.“

Bei der Ausstellung „Pilgern – ein Weg zu vielen Zielen!“ im Stift Seitenstetten sind laut Ausstellungskurator P. Martin Mayrhofer ua. die Originalpläne der Basilika Sonntagberg von Jakob Prantauer, Bozetti von Daniel Gran und viele Spitzenwerke der Sakralkunst, wie die Sonntagberger Monstranz, ausgestellt. Dazu komme „reichhaltiges Angebot an exzellenter Volkskunst und besondere Votivgaben“. Nach der Eröffnung lädt das Stift gleich zur Wallfahrt auf den Sonntagberg. Jeden 1. und 3. Samstag im Monat findet eine begleitete Pilgerwanderung vom Stift auf den Sonntagberg statt, inklusive spirituelle Impulsen, Führung durch die Basilika und Snackpaket.

Foto: Michaela Hinterholzer, P. Martin Mayrhofer, Abt Petrus Pilsinger, Andreas Hanger.