Tipp: Das St. Pöltner Cinema Paradiso zeigt die "Große Reise"

Tipp: Das St. Pöltner Cinema Paradiso zeigt die "Große Reise"

St. Pölten, 04.01.2014 (dsp) Aufgrund des großen Interesses hier ein nochmaliger Tipp: Der Dokumentarfilm „Die Große Reise“ über die Schließung des Annunziataklosters in Eichgraben wird am 5. Jänner um 13 Uhr Cinema Paradiso am Rathausplatz in St. Pölten wiederholt. „Im Grunde ist es ein Liebesfilm“, so Regisseur Helmut Manninger über den Film.

„Über Frauen, die lieben, was sie tun und die den Ort lieben, wo sie es tun. Und von genau da müssen sie weg. Ihr Kloster wird verkauft. Ein halbes Leben und mehr haben sie darin verbracht. Es ist wie die Vertreibung aus dem Paradies. Wie werden die Schwestern reagieren? Wie gehorsam werden sie sein, wenn es ans Eingemachte geht?“

„Die Große Reise“ erzählt vom großen Thema Abschied. „Es betrifft jeden von uns, irgendwann, irgendwo, und gerade dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen“, so Manninger. Die Klosterschwestern werden sogar zum Abschied gezwungen. Werden sie darin den „Willen Gottes“ erkennen können? Oder aber dagegen ankämpfen, mit „Gottes Hilfe“?  „Die Große Reise“ sei ein „kleines Wunder“, betonte Manninger. „Immer wieder, und das über Monate, dabei zu sein, wenn Schwestern kämpfen. Innerlich und äußerlich, gegen Zweifel, Obrigkeit und drohenden Exodus.“

Hintergrund des Films

Weniger Neueintritte und eine steigende Anzahl an Älteren und Pflegebedürftigen – der demografische Wandel der Gesellschaft macht auch vor den Klöstern nicht Halt. Auch das Klosterleben der Schwestern veränderte sich: Arbeiteten die Schwestern des Annunziataklosters in ihren ersten Klosterjahren im Stall und am Feld, um sich selbst zu versorgen, so waren sie zuletzt in der angrenzenden Pfarrgemeinde tätig. Erst vor ein paar Jahren haben die Schwestern das 100-jährige Jubiläum ihres Hauses gefeiert, 2011 wurde das Kloster zugesperrt.

Einst waren es bis zu 250 Schwestern, die im Annunziatakloster auf Missionseinsätze vorbereitet wurden. Am Ende waren es nur mehr 25 Frauen, die das neugotische Gotteshaus hüteten. Erbaut vom k.u.k. Hofbaumeister Josef Schmalzhofer, der um 1900 zu den maßgeblichen Persönlichkeiten auf dem Gebiet des Kirchenbaues gehörte, steht das Gebäude zurzeit unter Denkmalschutz. 2011 wurde von der Ordensleitung der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens entschieden, das Kloster um 2,3 Millionen Euro an eine Immobilienfirma zu verkaufen. Die Schwestern übersiedelten auf Standorte in Wien-Döbling und Seitenstetten.