"Theologie des Leibes" ist Schatz, den es zu heben gilt

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

Eichstätt, 14.11.14 (dsp/KAP) Die von Papst Johannes Paul II. entwickelte "Theologie des Leibes" ist ein "Schatz, den es zu heben gilt". Das betonte Bischof Klaus Küng am Freitag bei der Tagung "Liebe, Leib und Leidenschaft" an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die damit zusammenhängenden Themen seien "Schlüsselfragen", die an das Geheimnis Gottes und an das des Menschen rührten, "der sein Abbild ist, und zwar in seinem konkreten So-Sein, als Mann und Frau". Jenseits "irgendwelcher theoretischer Erwägungen" gehe es somit um das Wichtigste im Leben, so Küng, "um das, was es ausmacht, ob ein Leben zu einem erfüllten Leben wird oder scheitert".

Der St. Pöltner Bischof betrachtet die Tagung - wie er sagte - als wertvolle Umsetzung des Auftrags von Papst Franziskus, dass nach der außerordentlichen Bischofssynode zu Ehe und Familie in Rom bis zu deren Fortsetzung im Oktober 2015 intensiv weitergearbeitet werden soll. Der in Eichstätt gewählte positive Ansatz im Blick auf Leiblichkeit und Geschlechtlichkeit entspreche der Empfehlung der Synodalen, "man möge in allem zunächst das Positive und Schöne aufzeigen, um dann, wenn nötig, in seinem Licht die Schwierigkeiten und Mängel zu betrachten".

Küng äußerte den Wunsch einer theologische "Brücke" zwischen der Universität Eichstätt, der Hochschule Benedikt XVI. im niederösterreichischen Stift Heiligenkreuz und der Philosophisch-Theologischen Hochschule seiner eigenen Diözese. Als inhaltliche Ansatzpunkte nannte der Bischof: In Heiligenkreuz wurden in den beiden vergangenen Jahren die ersten von der Österreichischen Bischofskonferenz approbierten Kurse über die "Theologie des Leibes" abgehalten, und in St. Pölten ist im Juni 2015 ein Symposium über Sexualpädagogik geplant.
Grußwort im Wortlaut

Unter dem Titel "Liebe, Leib und Leidenschaft" sind von Freitag bis Sonntag in Eichstätt Vorträge, Workshops und Erfahrungsberichte über das Person-Sein zu hören. In seiner "Theologie des Leibes" beschrieb Johannes Paul II. die Berufung des Menschen zur Liebe ausgehend von einer grundsätzlichen Wertschätzung der Leiblichkeit von Mann und Frau.
Referenten der Tagung sind u.a. die deutschen Bischöfe Rudolf Voderholzer (Regensburg), der St. Pöltner Theologe Josef Spindelböck und der in den USA lehrende Salzburger Neutestamentler Michael Waldstein, der auch dem Päpstlichen Rat für die Familie angehört.
Fachleute aus der Praxis nehmen die Umsetzung der Theologie von Johannes Paul II. in Medizin, Seelsorge, Kunst, Pädagogik, Ehe und Familie in den Blick. In literarischen Einheiten mit Musik, Tanz und Theaterspiel werden zudem Texte von Karol Wojtyla, der in seiner Studienzeit auch als Schauspieler auftrat, inszeniert.