Tenor beim Pastoralrat: Papst Franziskus spricht uns alle an

St. Pölten, 22.02.2014 (dsp) „Wir haben das Gefühl, Papst Franziskus ist mitten bei uns in der Pfarre und kennt die Situation vor Ort.“ So fasst Angela Lahmer-Hackl, Vorsitzende des Katholischen Bildungswerkes der Diözese St. Pölten, die Stimmung bei ihrer Gesprächsrunde im diözesanen Pastoralrat zusammen. Die Vertreterinnen und Vertreter aus allen Dekanaten und zahlreicher Einrichtungen beschäftigten sich im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt intensiv mit dem neuen Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium des Papstes. Tenor beim Pastoralrat war: Franziskus spricht uns alle an; es gibt eine hohe Zufriedenheit mit dem Papst; und er ermutigt dazu, neue Schritte und einen Aufbruch in der Pastoral zu wagen.

"Papst Franziskus hat mit seinem Schreiben Evangelii gaudium den Mitgliedern des Pastoralrates aus der Seele gesprochen. Sie fühlen sich ermutigt und bestärkt, mit tiefer Freude die Pastoral aus dem Evangelium heraus in ihren Pfarren eigenverantwortlich mitzugestalten und zu erneuern“, so Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste. Die konkreten Nöte und Sorgen der Menschen müssten aufgegriffen werden. Nur dort, wo Christen zu den Menschen hingehen und Leben und Glauben mit ihnen teilen, werde die Gemeinschaft in den Pfarren wieder lebendig. Der Leiter de Pastoralen Dienste weiter: „Das Gespräch über einzelne Punkte des Schreibens von Franziskus ging unter die Haut und kann nur allen Christen und Gemeinden dringlich empfohlen werden."

In ihrem Impuls sagte Anna Rosenberger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung der Diözese St. Pölten und von der Geschäftsführung des Pastoralrates: „Als Christen müssten wir eigentlich strahlen, weil wir die Frohe Botschaft von Christus haben.“ Darum ruft sie auf, einander und den Mitmenschen die Freude des Evangeliums mitzuteilen. In den „Trainingseinheiten“ des Pastoralrates wurden die Mitglieder eingeladen, „aufmerksam mitzuteilen, wo man die Freude des Evangeliums erlebt hat“. Die weiteren Geschäftsführer des Pastoralrates, Michaela Lugmaier und Peter Haslwanter, moderierten die folgenden Gesprächsrunden. Ziel war es, über den Wert von Evangelii gaudium für die Pastoral und für die Pfarren zu reden.

Bischöfe beeindruckt vom Treffen mit Papst

Die Bischöfe Klaus Küng und Weihbischof Anton Leichtfried berichteten im Pastoralrat auch von ihrer Begegnung mit Papst Franziskus beim Ad Limina-Besuch der österreichischen Bischöfe in Rom. Diözesanbischof Küng hob die „herzliche Atmosphäre beim Treffen hervor“. Es seien Probleme wie die Kirchenaustritte angesprochen worden, aber auch positive Themen wie die Leistungen der Caritas. Der Papst habe dazu aufgerufen, nicht nur zu bewahren, sondern das Feld zu bearbeiten, damit es zukunftsfähige Grundlagen gibt. Dazu brauche es ein Hinausgehen in die Welt, die Menschen müssten abgeholt werden und entscheidend seien dabei die Familien. Papst Franziskus habe weiters auf die Bedeutung des Gebets hingewiesen – gerade auch im Alltag. Angesichts seines 25-jährigen Bischofsjubiläums meinte Bischof Küng: „Was man einem Bischof schenken kann? Mittun an einer missionarischen Kirche.“

Weihbischof Leichtfried erzählte: „Franziskus hat eine einfache, gewinnende Art. Wir konnten mit ihm offen reden und spürten den Seelsorger in ihm, der mit den Menschen verbunden ist. Er lebe aus der „Gottestiefe“ und appellierte, sich um die Leidenden und Verwundeten zu kümmern. Christen sollten nicht in ihren Wohnzimmern verbleiben, sondern hinausgehen in die Welt. Der Papst benötige keinen Luxus und lebe im vatikanischen Gästehaus, weil er den Kontakt zu den Menschen brauche, war Weihbischof Leichtfried beeindruckt von seiner authentischen Bescheidenheit. Bei der Unterredung habe Franziskus außerdem durch sein Wissen um die Diözese St. Pölten überrascht.