Syrien: Caritas "mit immer dramatischerer Lage konfrontiert"

Die Caritas ist in Syrien "mit einer immer dramatischer werdenden Situation konfrontiert": Nach Angaben von Caritas-Präsident Michael Landau fehlt es in den von ihm kürzlich besuchten Flüchtlingslagern in Jordanien an Nahrungsmitteln und Kleidung ebenso wie an Hygiene- und Sanitäreinrichtungen, "zum Teil müssen die Menschen in menschenunwürdigen Behausungen leben".

Krankheiten breiteten sich aus, Kinder könnten keine Schule besuchen. Derzeit sei die Ukraine ein neuer Krisenherd, der Aufmerksamkeit abziehe, wies Landau in einem Interview der Wochenzeitung "Die Furche" (20. März) hin. "Wenn sich die Welt von Syrien abwendet, wird die menschliche Katastrophe dort noch größer", befürchtet der Caritas-Chef. Er bat um Unterstützung für die laufende Syrienhilfe in Rahmen der ORF-Aktion "Nachbar in Not".

Im Blick auf die Hilfe aus Österreich sagte Landau, der Beschluss, 500 Menschen aus Syrien aufzunehmen, sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Die Opfer des Bürgerkriegs bräuchten Schutz, Sicherheit und Perspektive, "all das kann Österreich bieten". Dennoch würde sich Landau - wie er sagte - mehr Engagement wünschen. "Man kann große Krisen nur gemeinsam lösen, und Syrien ist die größte Katastrophe der Gegenwart."

Um deren Ausmaß zu verdeutlichen, nannte Landau dramatische Zahlen: Unter den aus Syrien Vertriebenen befänden sich laut Unicef 5,5 Millionen Kinder, mehr als 40.000 Kinder seien seit dem Beginn der Gewalthandlungen bereits als Flüchtlinge geboren worden. Landau lobte die "ungeheure Solidarität" der Jordanier, die bisher 650.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen hätten: Gemessen an der Einwohnerzahl sei das so, "als würde Österreich 800.000 Menschen Unterkunft geben."

Die Caritas betreue derzeit 60.000 Menschen in den Flüchtlingslagern. Spenden sind erbeten unter Kennwort "Flüchtlingsdrama Syrien" auf das Caritas-Konto IBAN AT92 6000 0000 0770 7004.

(KAP)