Stift Göttweig: 18.000 Quadratmeter Dachfläche vor Sanierung

Göttweig, 26.02.14 (dsp/KAP) 18.000 Quadratmeter Dachfläche sollen heuer im Benediktinerstift Göttweig erneuert werden. Auf dieses Projekt haben sich das Stift, das Land Niederösterreich, das Bundesdenkmalamt und die Gemeinde Furth-Göttweig geeinigt, wie Abt Columban Luser und Landeshauptmann Erwin Pröll bei einer Pressekonferenz im Stift bekanntgaben. Tatkräftig unterstützt werden die Arbeiten durch den Förderverein der Freunde von Göttweig.

2012 wurde ein Kuratorium zur Restaurierung des Stiftes ins Leben gerufen, 2013 mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Die Durchführung der Arbeiten ist auf sechs Jahre bis einschließlich 2018 anberaumt. Insgesamt wird mit Kosten in Höhe von sechs Millionen Euro gerechnet, wie Landeshauptmann Pröll sagte. 2013 konnte bereits ein Teil der ausgedehnten Dachflächen des Stiftes neu gedeckt werden. So leuchten das Kirchendach und die Hälfte des Chorkapellentraktes bereits in hellem Ziegelrot.

Die nun mit Anfang März beginnenden Sanierungsarbeiten betreffen den 150 Meter langen Ostflügel des Stifts, in dem die Mönche leben und wo auch die Stiftsbibliothek untergebracht ist. Der barocke Bibliothekssaal beherbergt rund 185.000 Bücher - darunter 1.150 bis ins 9. Jahrhundert zurückreichende Handschriften sowie 1.100 Inkunabeln (Drucke vor dem Jahr 1500).

"Stift Göttweig ist ein bedeutendes Kulturerbe, das wir für die kommenden Generationen bewahren wollen", versicherte Pröll. Das Land Niederösterreich beteiligt sich mit 25 Prozent an den Sanierungskosten. 2013 seien dies rund 250.000 Euro gewesen, heuer würden 300.000 Euro aufgewendet. Der Landeshauptmann kritisierte einmal mehr, dass sich der Bund beim Denkmalschutz aus der Verantwortung stehle. Der Anteil des Bundes liege hier nur mehr bei
10,5 Prozent, und es gebe alarmierende Anzeichen, dass diese Quote womöglich weiter sinken werde.

Förderverein will eine Million aufbringen

Der Präsident des Fördervereins der Freunde des Benediktinerstiftes, Raiffeisen-Generalanwalt Erwin Hameseder, berichtete über erfolgreiche Aktivitäten: So habe man im vergangenen Jahr 370.000 Euro an Spenden lukrieren können. Man hoffe, insgesamt rund eine Million Euro zur Sanierung von Stift Göttweig beitragen zu können, so Hameseder. Der Raiffeisen-Generalanwalt verwies auf zahlreiche Aktivitäten wie die Kulturveranstaltung "Klassik unter Sternen", eine Sonderbriefmarke oder ein Golfturnier, die viele Gäste anzögen. Jährlich kommen rund 100.000 Menschen das Stift besuchen.

Neben der Realisierung von Einzelprojekten bemühe sich der Verein auch um regelmäßige Großspender, so Hameseder im "Kathpress"-Gespräch am Rande der Pressekonferenz. Einen nicht unwesentlichen Beitrag leiste dazu schließlich auch Raiffeisen. Letztlich gehe es ihm darum, "dass eine breite Bewegung entsteht und wir möglichst viele Menschen begeistern können, hierher zu kommen". Der religiöse und kulturelle Aspekt würden sich in Stift Göttweig wunderbar ergänzen, sagte Hameseder.

Foto (Stift Göttweig): Im Benediktinerstift Göttweig fixierte das Kuratorium zur Restaurierung von Stift Göttweig die weiteren Maßnahmen. Im Bild v.l.n.r. Baumeister Peter Griebaum, Landeshauptmann Erwin Pröll, Präsident Erwin Hameseder, Abt Columban Luser, Bezirkshauptmann Elfriede Mayrhofer und Bürgermeisterin Gudrun Berger.