Stichwort: Bischofssynode

Die katholische Bischofssynode soll die Weltkirche repräsentieren und die Kollegialität von Papst und Bischöfen unterstreichen. Als ständige Einrichtung wurde sie 1965 von Papst Paul VI. auf Anregung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) geschaffen. Sie hat keine Entscheidungsbefugnis, sondern nur beratende Funktion.

Einberufen wird sie vom Papst. Dieser nimmt in der Regel auch persönlich an den Sitzungen teil. In den vergangenen Jahrzehnten gaben Bischofssynoden wichtige Impulse für die Weltkirche, etwa die Anregung zum Katechismus der Katholischen Kirche.

Ordentliche Synoden finden alle drei bis vier Jahre statt. Zuletzt tagte 2012 die 13. Ordentliche Generalversammlung im Vatikan; Thema war die Neuevangelisierung. Seltener sind Außerordentliche Synoden. Die am Sonntag im Vatikan beginnende Bischofsversammlung zu Fragen der Familie ist das dritte Treffen dieser Art. Daneben gibt es Spezialversammlungen, die einzelne Weltregionen betreffen.

Im Unterschied zu einem Konzil nehmen an einer Bischofssynode nicht alle rund 5.000 Bischöfe der Weltkirche teil. Die Außerordentliche Versammlung umfasst Patriarchen und sonstige Oberhäupter der katholischen Ostkirchen, die Vorsitzenden der nationalen und überregionalen Bischofskonferenzen sowie Vertreter von Ordensgemeinschaften und Kurienkardinäle. Zudem hat Papst Franziskus weitere Mitglieder, Experten, Gasthörer und - mit Blick auf das Thema - 13 Ehepaare nominiert.

Nach der kommenden Synode legen die Teilnehmer dem Papst ein Schlussdokument mit Beratungsergebnissen vor. Der Papst entscheidet, ob und in welcher Form das Schreiben veröffentlicht wird. 2015 soll sich eine Ordentliche Synode mit den gleichen Themen befassen. Üblicherweise erstellt der Papst im Anschluss an eine Generalversammlung ein sogenanntes "Nachsynodales Apostolisches Schreiben".

(KAP)