Stefan Oster neuer Bischof von Passau

Stefan Oster, Salesianer-Ordensmann und bis 2013 Dogmatik-Professor in Benediktbeuern (Bayern), ist am Freitag von Papst Franziskus zum neuen Bischof von Passau ernannt worden. Der 48-Jährige wird Nachfolger von Wilhelm Schraml, dessen Rücktritt Papst Benedikt XVI. im Oktober 2012 angenommen hatte.

Schraml leitete die Diözese mit ihren 490.000 Katholiken anschließend als Administrator. Oster wird der jüngste deutsche Diözesanbischof und der zweite Ordensmann in der Deutschen Bischofskonferenz sein.

Oster ist ein Spätberufener. Er stammt aus Amberg in Ostbayern und ließ sich nach dem Abitur 1984 zunächst zum Zeitungs- und Hörfunkredakteur ausbilden, und er arbeitete auch zwei Jahre als Journalist. Ab 1988 studierte er Philosophie, Geschichte und Religionswissenschaften in Regensburg, Kiel sowie an den englischen Universitäten Keele und Oxford. 1995 schloss er sich dem auf Jugendarbeit spezialisierten Orden der Salesianer Don Boscos an. Erst danach studierte er Theologie in Benediktbeuern und wurde 2001 zum Priester geweiht.

Nach einer preisgekrönten philosophischen Dissertation an der Universität Augsburg habilitierte sich Oster 2009 in Trier beim damaligen Dogmatikprofessor Rudolf Voderholzer, dem heutigen Bischof von Regensburg. Dieser engagierte ihn im vergangenen Jahr für die Programmkommission des Regensburger Katholikentags, der Ende Mai stattfindet.

Vergangenen Sommer stellte die Hochschule der Salesianer in Benediktbeuern ihren Lehrbetrieb ein. Damit endete auch Osters dortige Professur. Zuletzt war der Theologe maßgeblich an der Konzeption eines neuen Studiengangs für Religionslehrer und Gemeindereferenten beteiligt, der in Benediktbeuern ab Herbst von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München angeboten werden soll.

Oster verfügt über ein Talent, das in Bischofskreisen bisher nicht anzutreffen war: Er kann jonglieren. Mit artistischen Einlagen im Clownskostüm, die der 48-Jährige mit geistlichen Vorträgen kombiniert, beeindruckte der Ordensmann bereits auf Bürgerfesten und katholischen Kongressen.

Die im Jahre 737 gegründete Diözese Passau, in der heute rund 490.000 Katholiken leben, und ihr Dom hatten historisch auch große Bedeutung für Österreich. Große Teile der Erzdiözese Wien sowie die Territorien der Diözesen St. Pölten und Linz hatten bis 1783 zur Diözese Passau gehört. Auch die Stephanus-Patrozinien des Wiener Stephansdoms und einiger Pfarren im Gebiet der Diözese St. Pölten gehen auf den Passauer Dom St. Stephan zurück.

(KAP/dsp)