St. Pöltner Reli- und Ethik-Schüler gestalteten Bilder für Verabschiedungsräume

St. Pölten, 01.05.2014 (dsp) Jugendliche der St. Pöltner Schulen HLW, des BORG und des BASOP (Kolleg für Sozialpädagogik) gestalteten für das Landesklinikum St. Pölten Bilder die Verabschiedungsräume. Theoretisch wurde die Idee im Religions- sowie im Ethikunterricht entwickelt, praktisch im Fach Bildnerische Erziehung umgesetzt.

Für diese Projektarbeit setzt sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem sensiblen Themenbereich Tod und Abschied auseinander. Dann traten die Schulen in Kontakt mit der Krankenhausseelsorgerin Maria Zehetgruber vom Landesklinikum. Dabei entstanden viele Ideen, Texte und Bilder, mit denen die zuvor kühlen Verabschiedungsräume wohltuend gestaltet bzw. ausgemalt wurden. 

Die Bilder sollen Angehörigen von Verstorbenen Trost spenden und im Abschied neue Hoffnung geben. Für die Jugendlichen sei es weiters Ziel gewesen, diese Räume menschenfreundlich zu gestalten, denn sie wissen um die schweren Momente für die Angehörigen. Die Werke hatten ihren Ursprung in der konkreten Erfahrung: im Erlebnis der Natur. Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler war es, Bezugspunkte und Assoziationen zu finden für Menschen aller Konfessionen und für die, die keiner Religion angehören.

Gedanken von Schülerinnen und LehrerInnen, die am Projekt beteiligt waren:

"Das Gefühl, einem Menschen in einer so schwierigen Zeit Hoffnung und Kraft zu schenken - was wir durch die Raumgestaltungen versuchen -  ist wirklich ein gutes. Außerdem war es interessant zu erfahren, welche Faktoren bei Abschied und Trauer eine Rolle spielen, und wie man dieses Wissen in das Malen miteinbeziehen kann." (Nina Gruber)

"Im Zuge dieses Projekts haben wir uns in Religion viel mit Tod und Trauer beschäftigt, was mir persönlich im Umgang mit diesen Themen weiter geholfen hat. Ich finde es außerdem toll, die Möglichkeit zu bekommen, den Angehörigen mit unseren Bildern etwas Hoffnung zu schenken und ihnen zu helfen, sich von ihren Lieben in einer angenehmen Umgebung zu verabschieden." (Sarah Linauer)

"Für uns war es eine große Ehre, die Verabschiedungsräume neu gestalten zu dürfen. Wir durften die neue Erfahrung machen, Gefühle und Eindrücke in Abstraktion auszudrücken, um so den Räumen eine harmonische Atmosphäre zu verleihen. Unsere Bilder sollen die Angehörigen in ihrer Trauer unterstützen. Obwohl es am Anfang schwer viel, auf alle Ethnien und Religionen einzugehen, haben wir versucht, dieser Herausforderung bestmöglich gerecht zu werden." (Kerstin Zeilinger, Julia Berner und Jasmin Schweidler)

„Ich war sehr beeindruckt von der Dichte der Auseinandersetzung, auf die sich die SchülerInnen eingelassen haben. Die Gespräche im Unterricht und die Umsetzung in der Darstellung zeigen mir, dass sich junge Menschen auch sehr zentralen Lebensfragen bereit sind, zu stellen.“(Angela Lahmer- Hackl, Ethiklehrerin)

Die intensive Beschäftigung mit den sensiblen Themen Tod und Abschied war für die SchülerInnen eine ungewöhnliche Herausforderung, die sehr viel verantwortungsbewusste Begleitung durch die Lehrkräfte erforderte. Das Ergebnis zeigt, dass Jugendliche sich nicht nur mit Oberflächlichkeiten einer Spaßgesellschaft beschäftigen, sondern bei entsprechender Anleitung auch schwierige Aufgaben bewältigen können. (Mag. Hans Angerer, Direktor BRG/BORG)

Foto: Betreuer Marianne Plaimer und Ursula Rys (Bildnerische Erziehung), Angela Lahmer- Hackl (Ethik), Kurt Neumeyer (Kath. Religion), Krankenhausseelsorgerin Maria Zehetgruber mit Schülerinnen und Schülern.