St. Pöltner Prandtauerkirche: Bischof Küng weiht Orgel mit bewegter Vergangenheit

St. Pöltner Prandtauerkirche: Bischof Küng weiht Orgel mit bewegter Vergangenheit

St. Pölten, 01.09.2014 (dsp) In der St. Pöltner Prandtauerkirche erklingt ab sofort die registerstärkste Orgel der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Bischof Klaus Küng weihte am Samstagnachmittag die "neue" Capek-Sauer-Orgel im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes ein. Die Orgel stand bis vor drei Jahren in der St. Pöltner Franziskanerkirche. Sie ist eines der letzten größeren Orgelwerke St. Pöltens der Spätromantik und wurde 1904 vom Kremser Orgelbauer F. Capek I. mit 20 klingenden Registern erbaut. 1939 wurde die Orgel um drei Register erweitert.


Man habe den guten Bestand des ehemaligen Orgelwerkes der Franziskanerkirche für Gegenwart und Zukunft nicht nur bewahren wollen, sondern habe diesen umfassend restauriert und mit zusätzlicher Klangpracht ergänzt, so Reinhard Knittel, Rektor der Prandtauerkirche. Das spätbarocke Orgelgehäuse musste in der Franziskanerkirche bleiben, das Orgelwerk wanderte in die nahe gelegene Prandtauerkirche und wurde von der deutschen Orgelbaufirma W. Sauer auf den aktuellen Stand gebracht. Im derzeitigen Ausbaustand sind 40 klingende Register enthalten, die größte Anzahl von Stimmen der derzeit bestehenden St. Pöltner Pfeifenorgeln.

Die Gesamtkosten für Renovierung und Ausbau des Orgelwerkes belaufen sich auf knapp 370.000 Euro, die vor allem durch Spenden, Förderungen des Bundesdenkmalamtes, des Landes Niederösterreich und der Stadtgemeinde St. Pölten aufgebracht werden. Noch sei das Projekt freilich nicht ausfinanziert, so Knittel.

Bischof Klaus Küng sagte: "Dass eine Orgel aus einer Kirche in eine andere umzieht, ist schon nicht alltäglich. Dass sie sich aber im Verlauf des Umzuges transformiert und an ihrem neuen Platz schließlich jünger, kräftiger und klangvoller erstrahlen wird, das deutet schon auf Fügung hin. Die neu renovierte Orgel der Prandtauerkirche hat so einen Weg hinter sich gebracht." Nach ihrem Umzug aus der Franziskanerkirche habe sie aber eine ebenso notwendige wie großartige Transformation durchgemacht. Die renommierte Firma Wilhelm Sauer Orgelbau habe hier eine neue, romantisch klingende Orgel geschaffen, die derzeit wirklich ihresgleichen sucht: die neue "Fürstin-Monteculloli-Orgel" der Prandtauerkirche, benannt nach der freigiebigen Stifterin des St. Pöltener Karmels, sei bereits jetzt die registerstärkste Orgel unserer Landeshauptstadt und bietee nach dem romantischen Orchesterideal Klangfülle und Klangfarbigkeit. "Wir St. Pöltener und ich als Bischof freuen uns bereits auf das musikalische Erlebnis dieses großartigen Instrumentes. Möge es nicht nur die Herzen vieler musikbegeisterter Menschen erfüllen, sondern sie auch 'abholen' und ein Stück weit auf den Himmel zubegleiten."