Senioren der Diözese St. Pölten konkretisierten Konzilsanliegen für ihren Alltag

Senioren der Diözese St. Pölten konkretisierten Konzilsanliegen für ihren Alltag

Bad Traunstein-Seitenstetten-St. Pölten, 21.03.2014 (dsp) „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich!“ (1Kön 19,7) Das war die Einladung an alle Senioren der Diözese St. Pölten, um bei einem Studiennachmittag aufzutanken, sich neue Kräfte zu holen und sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu beschäftigen. Die Seniorenpastoral bot dies in den Bildungszentren St. Georg in Bad Traunstein, im Hippolythaus in St. Pölten und in St. Benedikt in Seitenstetten an. Edith Habsburg-Lothringen und Peter Moser von der Seniorenpastoral freuen sich über ein großes „Ressorvoir“: 15.000 Senioren besuchen regelmäßig Pfarrveranstaltungen.

Nach einer Meditation über den Propheten Elija zeigten die Referenten Bischofsvikar Gerhard Reitzinger und Elfriede Monihart wie konkret das Zweite Vatikanische Konzil eine Rolle für Senioren spielen kann. So wolle die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Conilium, dass „wir als Volk an der Liturgie teilnehmen sollen“. Liturgie feiern sei unsere Antwort auf Gottes Zuwendung. Es gehe um Teilnahme und Teilhabe: „Wir wollen und können aktiv dabei sein und mitgestalten“, so die Referenten. Oder das Dokument Dei Verbum - über die göttliche Offenbarung - stelle die Fragen, die auch für Senioren bedeutsam sind: „Wer ist Gott für mich? Welches Gottesbild trage ich in mir? Gott teilt sich selber dieser Welt, mir und dir mit, in der Schöpfung, im Wort, im Menschenwort. Gott schaut mich an aus dem geringsten Bruder. Gott teilt uns seine Liebe mit, wie leben wir das?“ Die Antwort sei: Gott ist immer da!

Das Gespräch führte bei Lumen Gentium, der dogmatischen Konstitution über die Kirche, „zu den Quellen des Lebens, der Nahrung, der Stärkung“. Von den Referenten hieß es, die Sakramente seien heilsame Zeichen an Lebens–Wende–Punkten. Die Kirche sei das umfassende Sakrament des Heils für die Welt, sie sei Zeichen und Instrument für die innigste Vereinigung mit Gott und untereinander. Das heiße: „Wir im Alter sollen und dürfen Sakrament für andere sein! Jede und Jeder ist zur Heiligkeit berufen, das heißt Gott muss immer noch Platz haben.“

Bei Gaudium et spes, der pastoralen Konstitution über die Kirche in der Welt von heute gehe es weiters um Freude und Hoffnung, Trauer und Angst, besonders aber auch um die Armen und Bedrängten. Reitzinger und Monihart: „Es geht um das Hier und das Heute, es geht darum, auf den Anderen einzugehen, sich auch immer wieder zu fragen: Wer ist da? Aber noch viel mehr: Wer ist nicht da? Wir dürfen Gott in der Welt spürbar machen. Aber Gott zeigt sich auch oft in der Abwesenheit.“

Bild 1: St. Pölten
Bild 2: Bad Traunstein
Bild 3: Seitenstetten