Seligsprechung Paul VI.: „prophetischer Konzilspapst“

Papst Paul VI.

Rom – St. Pölten, 17.10.2014 (dsp) Papst Franziskus spricht am Sonntag in einer feierlichen Messe auf dem Petersplatz seinen vor 36 Jahren verstorbenen Vorgänger Paul VI. (Giovanni Battista Montini) selig. Der Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt, wird ab 9.45 Uhr in ORF III live übertragen. „Die Botschaft Pauls VI. mag unbequem sein, aber sie enthält eine Schlüsselfrage für das Verständnis von Ehe und Familie, für die Erneuerung der Kirche und die Entwicklung der Gesellschaft“, sagt Bischof Klaus Küng zu der Bedeutung von Papst Paul VI.

Über die Seligsprechung Pauls VI. werde in den Medien nicht sehr viel gesprochen, „obwohl er neben Johannes XXIII. der große Konzilspapst ist“, so Küng. Er habe das Konzil weitergeführt, den Großteil seines Verlaufes geleitet, für die Umsetzung Sorge getragen und die ganzen vom Konzil angeregten Reformen umgesetzt. Den Hauptgrund für das Schweigen über Paul VI. sieht Küng in der von ihm verfassten, damals sehr umstrittenen Enzyklika Humanae Vitae. „Es ist interessant, dass die Seligsprechung ausgerechnet unmittelbar auf den Abschluss der Sondersynode über die Familie folgen wird. Solche Dinge passieren nicht ohne Grund“, betont Küng.

Papst Paul VI. sei in seiner Vision der Zukunft der demographischen Frage „prophetisch“ genannt , so Küng weiter. Er habe „vorausgesehen, wie sich die überall verbreitete Verhütungsmentalität nicht nur auf die Zahl der Kinder auswirkt, sondern auch auf das Sexualverhalten der Menschen mit vielen Folgen.“ Es seien mittlerweile nicht nur viele der Warnungen eingetroffen; Küng weißt auch auf positive Entwicklungen hin: „Mehr und mehr Menschen entdecken die natürlichen Formen der Empfängnisregelung als bereichernd für ihre Ehe“.