Schönborn und Pröll würdigen Fasching

em. Weihbischof Dr. Heinrich Fasching +

St. Pölten, 02.06.2014 (dsp/KAP) Weihbischof Heinrich Fasching habe für die Diözese St. Pölten einen großartigen „Dienst der Vermittlung und Versöhnung“ in jenen Jahren geleistet, in denen er gemeinsam mit Bischof Kurt Krenn tätig war, sagte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn gegenüber „Kathpress“ über den verstorbenen emeritierten St. Pöltner Weihbischof.

Fasching sei immer bemüht gewesen, „in den schwierigsten Momenten eine versöhnliche und gemeinschaftliche Haltung zu pflegen“. „Ich habe ihn als einen treuen und redlichen Hirten erlebt, der in der Bischofskonferenz im guten Sinn auf das rechte Maß geschaut hat“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Weihbischof Fasching habe in den letzten Jahren gesundheitlich sehr gelitten, „man kann fast von einem Martyrium sprechen", so Schönborn über den 85-Jährigen, den er vor wenigen Wochen noch besucht hatte. Die Ausgewogenheit, mit der er sein ganzes Leben und seinen kirchlichen Dienst gelebt hat, seien „zu Recht von vielen in Kirche und Welt anerkannt“ worden, sagte der Kardinal.

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll würdigte Weihbischof Fasching als umsichtige und ausgleichende Persönlichkeit. „Heinrich Fasching war in einer hektischen und schnelllebigen Zeit ein Kirchenmann mit großer Ruhe und hohem Intellekt“, so Pröll in einer Aussendung wörtlich.

Fasching habe über viele Jahrzehnte zum Wohle der Diözese und zum Wohle der Menschen im Land gewirkt und gearbeitet, so Pröll: „Heinrich Fasching hat sich stets durch bedachte Worte und umsichtige Taten ausgezeichnet. Dadurch hat er in einer stürmischer Zeit der Diözese und dem Land große Stabilität und festen Halt gegeben.“

Einsatz für Entwicklungshilfe

Lobende Worte für den verstorbenen St. Pöltner Weihbischof Heinrich Fasching kamen auch von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission (KOO). Als in der Bischofskonferenz zuständiger Referatsbischof für Weltkirche und KOO-Vorsitzender in den Jahren 1994 bis 2001 habe Fasching großes Verantwortungsbewusstsein gezeigt. „Diese Zeit war eine sehr erfolgreiche im Engagement für die Weltkirche. Wesentliche Reformschritte wurden umgesetzt, neue Initiativen gestartet und durchgeführt“, so KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl in einer Aussendung.

Fasching sei nie müde geworden, die Mitverantwortung seiner Bischofskollegen und aller Katholiken für die spirituellen und materiellen Nöte auch der fernen Nächsten zu betonen. Er habe sich u.a. ganz besonders für eine Spenden-Selbstverpflichtung und für die Einführung des Spendengütesiegels sowohl bei den Mitgliedsorganisationen wie auch in der Bischofskonferenz eingesetzt.

1995/1996 sei auf Initiative Faschings ein gesamtösterreichisches Bildungsprogramm zum Thema „Internationalen Verschuldung“ durchgeführt worden und 1996 eine Kampagne zur „Entschuldung der ärmsten Länder des Südens“, erinnerte Hödl. Weltweit habe man mit der vor allem von den christlichen Kirchen getragenen internationale Erlassjahr-2000-Kampagne für eine Entschuldung der ärmsten Länder des Südens kooperiert. Dafür seien weltweit 17 Millionen Unterschriften gesammelt worden.

Der Beitrag Österreichs zur gesamten Entschuldungsthematik sei durch dieses Engagement der Katholischen Kirche enorm gesteigert worden. Ein Teil der Forderungen würden seit 1997 von der Österreichischen Bundesregierung laufend erfüllt, so Hödl.

Caritasdirektor erinnert an Faschings Aufbauarbeit

Caritasdirektor Friedrich Schuhböck würdigte in einem Nachruf die Leistungen von Weihbischof Fasching für die Aufbauarbeit der Caritas in der Diözese St. Pölten. Weihbischof Heinrich Fasching war 35 Jahre Mitglied im Kuratorium der der Caritas der Diözese St. Pölten. 14 Jahre, von 1991 bis 2005, hat er auch das Caritas Kuratorium als Vorsitzender geleitet. „Wer rastet der rostet“, habe Weihbischof Fasching nicht nur im hohen Alter, sondern auch in seiner aktiven Laufbahn immer betont, so Schuhböck. „Das bedeutet für die Caritas, sie kann nicht Halt machen bei irgendeinem Punkt und nicht mehr weiter gehen, sondern sie muss überlegen, wie sie den neuen Anforderungen gerecht werden kann“, hatte Fasching in einem Interview betont.

Weihbischof Fasching sei es immer ein großes Anliegen gewesen, dass die Menschen in den Pfarren und Gemeinden wissen, was die Caritas mit ihren vielen hauptberuflichen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leistet, so Schuhböck, besonders in der Hauskrankenpflege, im Hospizdienst, in der Suchtberatung und in der Hilfe und Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sein großer Wunsch sei es gewesen, dass die vielen Dienste der Caritas, die den Menschen in Not in der Diözese zugutekommen, auch so bekannt sind, wie die Caritas Auslandshilfe.

Weihbischof Heinrich Fasching habe in seiner Zeit als Caritas Kuratoriumsvorsitzender mehrmals lobende Worte für die gute Zusammenarbeit zwischen Pfarren, Gemeinden und dem Land NÖ bei der Hilfe für Arme und Notleidende im Land öffentlich ausgesprochen, erinnerte Schuhböck und zitierte Fasching: „Mich bewegt und beeindruckt die Haltung und Einstellung der Vertreter der Öffentlichkeit gegenüber der Caritas, wenn sie nicht nur Worte machen, sondern auch dafür einstehen.“ So seien in dieser Zeit viele nachhaltige Zusammenarbeitsmodelle mit dem Land NÖ und dem Bundessozialamt in der Betreuung und Begleitung von arbeitslosen, kranken und alten Menschen und Menschen mit Behinderungen entstanden.
Für die verdienstvolle Arbeit in der Caritas St. Pölten wurde Weihbischof Heinrich Fasching 2008 mit dem Elisabethpreis der Caritas St. Pölten ausgezeichnet.