Requiem in Maria Taferl: Erster Weltkrieg war "sinnloses Blutvergießen"

Foto: Katharina Wassler

Maria Taferl, 29.06.2014 (dsp/KAP) Als "sinnloses Blutvergießen und Urkatastrophe" hat Wiens Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, den Ersten Weltkrieg am Samstag bei einem Requiem für Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Herzogin Sophie von Hohenberg in Maria Taferl bezeichnet. Das Requiem war der Auftakt zu einem Gedenktag auf Schloss Artstetten anlässlich des 100. Jahrestags des Attentats von Sarajevo. Mit dem Kardinal konzelebrierten St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng und der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel Donnersmarck.

An einem "schönen Sommertag", so habe es Arthur Schnitzler damals ins Tagebuch geschrieben, sei die "Urkatatstrophe" geschehen, so Kardinal Schönborn. "Wir gedenken zweier Menschen, deren Tod der Beginn eines sinnlosen Blutvergießens war, una strada di sangue, wie Papst Benedikt XV.schrieb." Schönborn bezog sich auf die Tageslesung aus den Klageliedern, welche die "Urkatastrophe des Volkes Israel" beweinten. Am Ersten Weltkrieg "gibt es nichts zu glorifizieren, es war eine unbeschreibliche Tragödie." Aus dieser Urkatastrophe seien die schlimmsten Katastrophen des 20. Jahrhunderts erwachsen, die giftige Geburt der Oktoberrevolution 1917, des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges. Diese Tag "ist angetan, dass wir Nachgeborene Gott um Vergebung für jede versäumte Gelegenheit des Friedens bitten."

Im Anschluss an die Messe haben die Gedenkfeiern in Artstetten mit Beteiligung der Traditionsregimenter begonnen. Hausherrin Anita Hohenberg, Urenkelin Franz Ferdinands, wird sich mit einer Friedensbotschaft an die Gäste wenden. Einer Ansprache von Landeshauptmann Erwin Pröll schließt sich eine Kranzniederlegung in der Familiengruft an. Zum Ausklang des Programms spielt die Trachtenkapelle Artstetten. Den ganzen Tag über wird im Erzherzog Franz Ferdinand Museum der Sonderbriefmarkenblock "Sarajevo 1914 - 2014" (mit Ersttagsstempel) präsentiert. Der österreichische Marine-Verband stellt sieben seiner historischen Schiffsmodelle aus.

120 direkte Nachfahren von Erzherzog Franz Ferdinand und Herzogin Sophie von Hohenberg, 100 Mitglieder der Familie Habsburg-Lothringen, über 500 Vertreter von 60 Traditionsregimentern aus der ehemaligen k.u.k. Monarchie sowie Vertreter aus Politik, Diplomatie und Wirtschaft werden am Samstag nach Angaben des Hauses erwartet. 700 Gäste aus dem In- und Ausland sind geladen. Gedacht werden solle aller Opfer des Ersten Weltkriegs, wurde betont.