Reaktionen auf den Tod von Bischof Krenn

Bischofswappen von Kurt Krenn

St. Pölten/Wien/Linz, 27.01.2014 (KAP/dsp) Mit Anteilnahme und Würdigung der Person reagierte Kardinal Christoph Schönborn auf die Nachricht vom Heimgang des emeritierten St. Pöltner Bischofs. Bischof Krenn habe "durch viele Jahre ein schweres Leiden mit bewundernswerter Geduld und in christlicher Haltung getragen".

Der Wiener Erzbischof verwies darauf, dass das Wirken von Bischof Krenn zu manchen Kontroversen geführt habe, "aber Freunde wie Gegner haben seinen Mut und seine Geradlinigkeit anerkannt. Er hat sich nie gescheut auch schwierige Themen und das Widerständige der kirchlichen Lehre gegen den Mainstream zu argumentieren und zu verteidigen." Auf diese Weise konnte Bischof Krenn immer wieder gerade für Menschen, die seiner Glaubensüberzeugung fern standen, "ein spannender Gesprächspartner sein".

Pröll: Streitbarer Bischof mit Handschlagqualität

Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll würdigte Bischof Krenns "Handschlagqualität". "Die Zusammenarbeit der Diözese und des Landes Niederösterreich fand unter Krenn auf sehr korrekte Weise statt. Bischof Krenn war geprägt durch hohen Intellekt und durch starke Werthaltung, der er in kontroversiellen Diskussionen Ausdruck verlieh. Er respektierte die klare Trennung zwischen Kirche und Staat und prägte dadurch in Niederösterreich eine kooperative Linie beider Institutionen", heißt es in der Würdigung des Landeshauptmanns. Der verstorbene St. Pöltner Bischof sei "ein streitbarer Mann der Kirche mit Handschlagqualität" gewesen, so Pröll.

Linzer Bischof Schwarz: Besuch zu Weihnachten

In Linz erinnerte Bischof Ludwig Schwarz, dass er Bischof Krenn noch vor Weihnachten besucht habe: "Der Besuch des Heimatbischofs freute den gebürtigen Oberösterreicher immer sehr und hatte große Bedeutung für ihn."

Krenn habe sich in Linz, nach dem Studium in Rom, als Philosophieprofessor an der damals Katholisch-Theologischen Hochschule eingesetzt. Er habe sich "um die Hinführung der Studierenden zum Thema" bemüht, ebenso habe er "oft als Priester mit großem Engagement in Mühlviertler Pfarren ausgeholfen", so Schwarz. Er erwähnte aber auch "Kontroversen" über Aussagen und Wirken Krenns.

"In den letzten Jahren war Bischof Krenn schwer krank und hat viel gelitten. Ich habe mich bemüht, ihn regelmäßig zu besuchen und war ihm in dieser Zeit sehr verbunden. Dabei danke ich den Schwestern, die ihn Tag und Nacht gepflegt haben", schreibt Bischof Schwarz.

Ökumene-Offenheit gewürdigt

Der St. Pöltner evangelische Superintendent Paul Weiland würdigte die Ökumene-Offenheit Bischof Krenns. "In den Jahren, in denen wir in den Kirchen in Niederösterreich gewirkt haben, gab es zahlreiche Begegnungen und auch gemeinsame Feiern wie bei Eröffnungen und Segnungen. Die Begegnungen waren stets respektvoll, auch im Wissen, dass unsere Einstellung und unsere Positionen immer wieder unterschiedlich waren. Persönlich bin ich jedenfalls einem anderen Bischof Krenn begegnet als er in den Medien und in so manchen Auseinandersetzungen präsent war", so Weiland.

Bischof Kurt Krenn habe u.a. den Weg frei gemacht für die gemeinsame Nutzung der Bürgerspitalkirche in Waidhofen an der Thaya von der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche - "ein Modell, das sich in den letzten zehn Jahren sehr bewährt hat", schreibt der Superintendent für die evangelische Diözese Niederösterreich.