Priesterstudientagung: Neues "Gotteslob" ist „Schule des Gebets“

St. Pölten, 24.02.2014 (dsp) Als „Schule des Gebetes“ bezeichnete Referent Herbert Meßner bei der Priesterstudientagung im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt das neue "Gotteslob". Meßner wirkte als Leiter des Arbeitskreises Gebet am neuen "Gotteslob" mit, das seit Ende des Vorjahres in den Pfarren ist.

Das neue "Gotteslob" inkludiere Gebets-, Glaubens-, Gottesdienst- und Gesangsbuch in einem, so Meßner, Chefredakteur der steirischen Kirchenzeitung "Sonntagsblatt" und Pfarrer zweier Grazer Pfarren. Er berichtet von verschiedenen Fragen, die sich stellten: So mussten viele gute Texte weggelassen werden, um das Buch nicht zu dick werden zu lassen. „Kürzen, kürzen“, sei eine Hauptarbeit gewesen. Man sei sich bewusst gewesen, dass es sich schließlich großteils um ein Gesangsbuch handle. Viel wäre darum gerungen geworden, es habe durchaus verschiedene theologische Auffassungen gegeben.

Im "Gotteslob" können wir mit Jesus in die Schule gehen

Das "Gotteslob" solle eine „Schule des Betens“ sein und helfen sich ins Gebet einzuüben, so Meßner. Zielgruppe sei eine Vielfalt an „Schülern“ gewesen: von geübten über jene, die selten beten bis hin zu Hilfe suchenden Betern. Erster „Lehrer“ sei Jesus Christus selbst gewesen, der sein eigenes Gebetsbuch mitgebracht habe, nämlich die Psalmen.

Weiters berücksichtigte der Arbeitskreis betende Menschen aus verschiedenen Epochen: Persönlichkeiten aus der Heiligen Schrift, Kirchenväter und zeitgenössische Beter. Ins "Gotteslob" fanden Gebete aus verschiedenen Kontinenten ebenso Eingang wie Gebete aus anderen Konfessionen. Neben bekannten Christen wie Anselm Grün, Franz von Assisi oder Teresa von Avila kommen auch Gebete von Unbekannten – etwa Jugendlichen – vor. Lebenssituationen aus dem Alltag seien berücksichtigt worden.

Viel erklärt

„Schulhaus“ könnten die Kirche, der Haushalt, die Gemeinde oder die eigene Kammer sein. Zu den „Schulfächern“ zählt Meßner die Grundgebete wie das Vater Unser; in einem neuen „Fach“ könne der Kirchenraum nun erschlossen werden. Außerdem nennt Meßner die „Unterrichtsgegenstände“ „Mein Glaube“, der Lob, Bitte und Dank enthalte und immer Beispiele bringe; Gebete mit den Füßen, also Wallfahrten und Beten im Sinne von Solidarität, also dem Übernehmen von Verantwortung. Die Kommission habe viel Wert auf Erklärungen und katechetische Einleitungen gelegt. So wolle man den Menschen den Rosenkranz oder die Bedeutung des Kreuzzeichens näher bringen.

Der Referent nannte zwei „Spezialfächer“, die im neuen "Gotteslob" zu finden sind: Das Gebet mit Kindern und das Feiern in der Familie. Dies soll Hilfestellungen bieten für den Advent, den Heiligen Abend, beim Feiern von Jubiläen und bei Todesfällen. Als „Matura der Gebetsschule“ bezeichnet Meßner die Psalmen. Beim Abschnitt Gebete mit Kindern stünden nicht so sehr die Texte, sondern eher die Anleitung dazu im Vordergrund. Er empfiehlt Regelmäßigkeit, nicht einfach nur Beliebigkeit und Rituale bei  Gebeten mit Kindern.

Die Gebete aus dem "Gotteslob" könnten nun in den Gottesdiensten eingesetzt werden und natürlich bei Pfarrgemeinderatssitzungen, Katechsen oder in der Schule.