Papst reist in die Türkei

Papst Franziskus bricht an diesem Freitag zu einem dreitägigen Besuch in die Türkei auf. Auf dem Programm seiner sechsten Auslandsreise stehen unter anderem Gespräche mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu im neuen Präsidentenpalast in Ankara. Anlass der Reise ist die Feier des orthodoxen Andreas-Fests mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. am Sonntag in Istanbul.

Am Samstag besucht der Papst dort die Sultan-Ahmed Moschee. Es ist das erste Mal, dass Franziskus seit seinem Amtsantritt eine Moschee betritt. Anschließend besichtigt er die Hagia Sophia.

Der Besuch findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Franziskus soll in der türkischen Hauptstadt von rund 2.700 Polizisten geschützt werden. In Istanbul sind am Samstag und Sonntag weitere rund 7.000 Polizisten im Einsatz.

Der Papst wolle mit seiner Reise auch den bedrängten Christen im Nahen Osten Mut machen, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vor der Reise in einem Interview mit dem vatikanischen Fernsehzentrum CTV. Zudem gehe es um einer Verurteilung religiös motivierter Gewalt. Gesprächsthemen dürften unter anderem die Konflikte in den Nachbarländern Syrien und Irak sein, sowie die Situation der Christen und Angehörigen anderer Minderheiten, die vor der Terrormiliz "Islamischer Staat" geflohen sind. Auch die schwierige Lage der christlichen Minderheit in der Türkei dürfte ein Thema der politischen Unterredungen sein.

Der Leiter des türkischen Religionsamtes dämpfte unterdessen vor der Reise Erwartungen, der Besuch könne den christlich-islamischen Dialog fördern. "Gewiss können religiöse Institutionen miteinander über moralische Fragen der Welt sprechen", sagte Mehmet Görmez in einem Interview der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Donnerstag). Aber von solchen Reisen "Werte zu erwarten, die über einfache menschliche Beziehungen hinausgehen, endet damit, dass wir uns voneinander entfernen", so Görmez. Am Freitag trifft er in Ankara auch zu einem Gespräch mit Görmez zusammen. Das Religionsamt verwaltet die 80.000 Moscheen in der Türkei und ist für eine staatstreue Auslegung des Islam zuständig.

(KAP)