ÖGB-Chef Foglar kritisiert bei KAB-Sommerakademie Verarmung durch Kaufkraftverlust

ÖGB-Chef Foglar kritisiert bei KAB-Sommerakademie Verarmung durch Kaufkraftverlust

Gaming, 29.08.2014 (dsp) Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) Erich Foglar kritisierte bei der Sommerakdemie der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung (KAB) in Gaming, „dass durch eine zu hohe Lohnsteuer die Arbeiterinnen und Arbeiter stillschweigend verarmen und an Kaufkraft verlieren“. Der KAB-Vorsitzende der Diözese St. Pölten, Josef Riegler, betonte: „Auch aus der KAB kommt Unterstützung für die überparteiliche ÖGB-Kampagne einer Steuerreform“. Riegler stimmt mit dem ÖGB-Vorsitzenden überein, dass Arbeitnehmer mit mittleren und unteren Einkommen entlastet werden müssten. Das sei im Sinne der Gerechtigkeit. Es könne nicht sein, dass Erträge aus den Kapitalvermögen überproportional steigen würden, während die Lohneinkommen stagnieren, so der KAB-Vertreter.

44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der dreitägigen Veranstaltung vom 25. bis 27. August teil, die von KAB, Betriebsseelsorge und Gewerkschaft organisiert wurde. Darum ging es um Fragen und Probleme, die sowohl für die Kirche als auch für Arbeitswelt von großer Bedeutung sind.

Der Amstettner Betriebsseelsorger Franz Sieder hielt ein Referat zum Thema „Theologie der Arbeit“. Er sagte, dass es bei der Theologie der Arbeit um mehr gehe als bei der Katholischen Soziallehre: “Bei der Theologie der Arbeit geht es vor allem darum, was Gott selbst zur Arbeit, Arbeitsbedingungen, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit sagt.“

Univ.-Prof. Erhard Glötzl, Wirtschaftswissenschafter und Mathematiker , legte dar, dass die Billionen von Staatsschulden in den verschiedensten Ländern in ganz gleicher Höhe zu 100 Prozent als Guthaben bei den Reichen und Superreichen unserer Welt geparkt seien. Eine Vermögenssteuer als Umverteilung von Reich zu Arm wäre daher eine christliche Forderung und daher auch ein Gebot der Stunde. Er meinte weiters, dass er Papst Franziskus bewundere, da er die Ungerechtigkeiten unseres neoliberalen Wirtschaftssystems durchschaut habe und zur Umkehr aufruft.

Für den niederösterreichische Präsident der Arbeiterkammer, Markus Wieser, ist es ein großes Anliegen ist, dass auch ältere Menschen noch am Arbeitsplatz unterkommen und dass die Lehrlingsausbildung und die gewerblichen Berufe wieder mehr Wertschätzung in der Gesellschaft bekommen.

Am letzten Tag sprach die Bundesfrauenvorsitzende und Stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE, Renate Anderl, zum Thema „Arbeitsleid und Arbeitsfreude“. Nur wenige Menschen würden mit Freude in die Arbeit gehen. Viele würden durch den immer stärker werdenden Arbeitsdruck krank. Für die Menschen, die Fließband- und Akkordarbeit machen müssen, könne die Arbeit nur ein Mittel zum Geldverdienen sein. Sie solle aber mehr sein. Sowohl die Kirche als auch die Gewerkschaft setzen sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein, betonte Anderl.

Zur Sommerakademie zählt immer auch der Besuch eines Betriebes. Diesmal informierten sich die KAB-Vertreter beim größten Betrieb des Mostviertels, der Firma Umdasch in Amstetten, über die moderne Arbeitswelt.

Foto: Sommerakademie ÖGB-Präsidenten Erich Foglar