NÖ-Familienverband unterstützt Bürgerinitiative für Statistik über Schwangerschaftsabbrüche

St. Pölten, 25.04.2014 (dsp) Der Katholische Familienverband der Diözese St. Pölten unterstützt die Bürgerinitiative der „aktion leben“ für eine Statistik und Motivenerforschung über Schwangerschaftsabbrüche. Der unabhängige Verein will erreichen, dass es auch in Österreich eine jährliche anonyme Erhebung von Zahlen zu Schwangerschaftsabbrüchen und eine regelmäßige Erforschung der Motive für Abbrüche gibt.

Konkret fordert aktion leben auf, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen für die bundesweite anonymisierte Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und deren jährliche Veröffentlichung sowie die regelmäßige wissenschaftliche und anonyme Erforschung der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche als Basis für Prävention und bedarfsgerechte Hilfen. Fakten seien dringend notwendig, um gezielt helfen zu können. Das durch eine Statistik und Motivenerforschung gewonnene Wissen ermögliche eine zeitgemäße, sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema, die in konkrete Maßnahmen zur Prävention und Hilfe münden soll. 

„Offen und respektvoll über Problematik reden“

„Wir sind davon überzeugt, dass es eine tiefe Ungerechtigkeit gegenüber Frauen ist, den Schwangerschaftsabbruch zwar zu ermöglichen, sich dann aber nicht mehr weiter dafür zu interessieren“, erklärt Gertraude Steindl, Präsidentin der „aktion leben“. „Wir müssen als Gesellschaft dahin kommen, ohne Schuldzuweisung offen über die Problematik zu reden, und respektvoll gegenüber jeder Frau, die betroffen ist und war.“

Transparenz statt Tabu!

Das Instrument der Parlamentarischen Bürgerinitiative sei bewusst gewählt: „Wir wollen zeigen, dass wir mit unserem Anliegen nicht allein sind. Die Politik soll durch unsere Bürgerinitiative zum Hinschauen und Handeln bewegt werden. Denn in allen uns umgebenden Ländern sind statistische Erhebungen über Abbrüche seit vielen Jahren selbstverständlich und ohne aufgeregte Debatten eingeführt worden,“ so Gertraude Steindl in ihrem Statement.

Die Forderung, Daten und Fakten zum Schwangerschaftsabbruch zu erheben, sei nicht neu. Sie gehöre zu den flankierenden Maßnahmen, die vor 40 Jahren mit dem Beschluss für die Fristenregelung in Aussicht gestellt wurden. Die „aktion leben“-Präsidentin betont aber auch, dass die Fristenregelung in keiner Weise von der Initiative berührt werde. Es gehe um besseres Verstehen einer diffizilen Problematik auf der Basis von mehr Wissen. „Die Politik sollte daraus konkrete Maßnahmen ableiten, die nicht strafrechtlicher, sondern sozialrechtlicher und gesundheitspolitischer Natur sind“, sagt Gertraude Steindl abschließend.

Unterstützungsmöglichkeit ...

Foto: V.l.n.r.: Eva Lasslesberger (Katholischer Familienverband), Sabine Müller-Melchior (NÖ-aktion leben) und Josef Grubner, Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes der Diözese St. Pölten.