Neue Kardinäle: Zeremoniell und Insignien des Konsistoriums

Bis vor wenigen Jahren fand das Ordentliche Konsistorium zur Aufnahme neuer Kardinäle in der vatikanischen Audienzhalle statt. Die Tausenden von Gäste der neuen Purpurträger, Angehörigen, Kardinalsfamilien und offizielle Delegationen machten die Zeremonie nicht selten zu einem Volksfest.

Erst unter Benedikt XVI. wurden die Kardinalserhebungen in den Petersdom verlegt, und vor zwei Jahren zudem mit einem neuen Zeremoniell vereinfacht. Es sollte der Eindruck vermieden werden, es handle sich um ein zusätzliches Sakrament. Und der sakrale Raum des Petersdoms sollte für etwas mehr Strenge sorgen.

Dieses Zeremoniell kommt auch am Samstag zum Einsatz, wenn Franziskus 19 neue Würdenträger in den Kirchensenat aufnimmt. Es beginnt mit einem Wortgottesdienst, Gesängen, Gebeten, Evangelium, einer Pause zur persönlichen Reflexion. Dann schwören die neuen Kardinäle dem Papst und der Kirche Treue und Gehorsam - bis zum Blutvergießen, worauf auch ihr scharlachroter Talar hinweist.

Dann treten die Kardinäle einzeln vor den Papst hin, der ihnen dann die drei Insignien des Kardinalats überreicht: Das Kardinalsbirett, das den früheren Kardinalshut mit der breiten kreisrunden Krempe ersetzt. Dann steckt er ihnen den Kardinalsring an die linke Hand, als Zeichen der Verbundenheit mit dem Papst und der Bindung an den Heiligen Stuhl.

Der Ring soll die Würde des Amtes und zugleich die Verfügbarkeit des Trägers im Dienst für den Petrusnachfolger symbolisieren. Die Reihenfolge, in der die neuen Kardinäle beim Konsistorium aufgeführt sind und vortreten, bleibt ihnen auch für die Zukunft erhalten - hierarchisch und protokollarisch.

Schließlich weist der Papst bei dem Konsistorium jedem Kardinal eine römische Titelkirche oder Titeldiakonie zu. Der Kardinal wird damit formell Pfarrer oder Diakon von Rom. Dies unterstreicht die Bindung der Kardinäle an die Stadt des Papstes, und erinnert daran, dass die Päpste früher vom Klerus Roms gewählt wurden.

In der Praxis beschränkt sich die römische Pfarr-Tätigkeit des Kardinals auf gelegentliche Besuche und Gottesdienste in seiner Gemeinde. Mitunter gibt es aber auch besondere Patenschaften mit der Heimatdiözese des "Pfarr-Herrn". Dazu erhält jeder Kardinal auch eine Urkunde, und durch die Zuweisung dieser Insignien ist der Berufene nun Kardinal. In der Praxis erhalten Kurienkardinäle eine Diakonie als Titelsitz und Bischöfe aus der Weltkirche eine römische Pfarrei.

Am Nachmittag nehmen die neuen Kardinäle dann in bestimmten vatikanischen Räumlichkeiten die Glückwünsche ihrer Gäste entgegen.

Die vier Kardinäle aus dem Vatikan halten sich zu diesen Höflichkeitsbesuchen, den "visite di calore", im Apostolische Palast auf, in der freskengeschmückten Sala Regia und der Sala ducale. Die übrigen neuen Würdenträger begrüßen ihre Gäste in der Audienzhalle und deren Atrium.

Am Sonntag feiert Papst Franziskus dann seine erste gemeinsame Messe mit den neuen Kardinälen. Bis vor wenigen Jahren erfolgte bei dieser Zeremonie noch die Übergabe des Kardinalsrings. Dies ist jetzt in das eigentliche Konsistorium vorverlegt worden ist.

Einer der 19 neuen Kardinäle wird freilich nicht beim Konsistorium persönlich anwesend sein. Der 98-jährige Loris Capovilla hat sich aus Alters- und Gesundheitsgründen entschuldigt. Der Papst wird ihn mit den 18 übrigen am Samstag in Abwesenheit ebenfalls in das Heilige Kollegium aufnehmen. Die Insignien erhält er dann in den nächsten Tagen durch einen persönlichen Delegaten des Papstes.