Missionar aus Groß Siegharts baut Caritas-Struktur in Mexiko City auf

Groß Siegharts-Mexiko Stadt, 05.03.2014 (dsp) Der Waldviertler Martin Römer hat bereits eine bewegte Geschichte als Missionar in Mexiko-Stadt – eine der weltweit größten Metropolregionen - hinter sich. Trotz seiner Bescheidenheit wurde er berühmt als „Priester der Müllmenschen“. Gemeinsam mit den Ärmsten feierte er Gottesdienste inmitten von Müllbergen und half, wo er konnte. „Mittlerweile ist der Müllberg weg, vielfach sind die Verhältnisse dennoch bedrückend“, berichtet er bei einem Aufenthalt in Niederösterreich.

Der Groß Siegharter, der in der Diözese St. Pölten als Priester inkardiniert ist, kümmert sich jetzt um den Aufbau der Caritas in seinem Vikariat im Süden der Mega-City. Dabei wird er tatkräftig von Niederösterreich aus unterstützt: ua. setzen sich Personen und seine Heimatpfarre für ihn ein; die Caritas der Diözese St. Pölten finanziert weiters zwei lokale Mitarbeiter. Gleichzeitig wirkt Römer als Pfarrer für 20.000 Katholiken, sonntags zelebriert der 47-Jährige fünf Gottesdienste in fünf verschiedenen Filialkapellen. Das Erstarken der Pfingst- und Freikirchen bemerke er zwar auch, aber die Menschen würden sich derart mit der Jungfrau von Guadalupe identifizieren, dass sie vielfach als „Mutter der Mexikaner“ bezeichnet wird. „Und ihre Mutter würden die Mexikaner nicht verleugnen“, so Römer.

In seiner Pfarre leben unterschiedlichste soziale Schichten: Kern des pfarrlichen Lebens seien die Ärmsten, so Römer. Daneben gebe es freilich die Mittelschicht und die Reichen, die sich abschotten. Stark fällt ihm der Zuzug von Menschen vom Land auf, die einer unwürdigen Lebenssituation entkommen wollen. Auch Flüchtlinge aus dem Süden des Landes und Zentralamerika landen immer wieder in seinem Zuständigkeitsgebiet. Padre Martin, wie ihn die Menschen nennen, freut sich zwar, dass es soziale Verbesserungen gebe, etwa die Einführung einer Mindestpension oder Sozialprogramme für Familien. Gleichzeitig sei das im Vergleich zu Mittelamerika geringe Wirtschaftswachstum ein Problem, auch viele Güter wären für die Durchschnitts-Mexikaner unerschwinglich.

Viel hat er mit der Caritas bereits bewirkt: Soziale Einrichtungen werden errichtet, die Caritas vernetzt sich mit anderen staatlichen Institutionen und Gesundheitskampagnen werden durchgeführt, die sich auch Bedürftige leisten können. Wegen falscher Ernährung leiden viele an Diabetes. Sein Ziel ist es, überall eine Pfarrcaritas zu ermöglichen. Die Caritas hilft schon konkret: Letztes Jahr wurden die Opfer eines „Jahrhundertsturm“ - so Römer – versorgt und an einem Sonntag im Monat gibt es einen Caritas-Sonntag. Dabei nehmen die Gottesdienstfeiernden Lebensmittelpakete mit, die an ärmere Pfarrmitglieder verteilt werden. Er sorgt für Bewusstsein: Diakonie, konkrete Tat gehört zum kirchlichen Leben dazu.

Weiters ist es Martin Römer ein Anliegen, etwas gegen das Riesenproblem der Gewalt und der Verbrechen zu tun. Immer wieder werden Geistliche oder das diözesane Priesterseminar von der Drogenmafia bedroht. Diese Unsicherheit belaste die Kirche. Darum versucht Martin Römer mit der christlichen Organisation „Iustitia et pax“ für Gerechtigkeit und Frieden zu sorgen und präventiv zu wirken.

Wäre das alles nicht schon genug, engagiert sich der Priester aus Groß Siegharts für die Emmaus-Gemeinschaft, die hilflosen Menschen ohne Familienanschluss im Großraum Mexiko-Stadt einen Neustart ermöglicht. Hier gibt es auch Unterstützung aus Niederösterreich: Die Fastenaktion der Diözese St. Pölten hilft Martin Römer bei der Verwirklichung seiner vielen Pläne.

Unterstützung für die Projekte von Martin Römer:


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