„Lernen, glauben, leben“ – 60 Jahre Katholisches Bildungswerk

Geehrte Bildungswerkleiter mit Diözesanbischof DDr. Klaus Küng, Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, LR Mag. Karl Wilfing, GR Gerhard Schatzl, KBW-Obfrau Mag. Angela Lahmer-Hackl, KBW-Geschäftsführer Gerald Danner und KA-Präsident Mag. Armin Haiderer

St. Pölten, 26.04.2014 (dsp) Unter dem Motto „lernen, glauben, leben“ feierte das Katholische Bildungswerk der Diözese St. Pölten (KBW) gemeinsam mit der Diözesanleitung und Vertretern des öffentlichen Lebens sein 60-jähriges Bestehen. Im Bildungshaus St. Hippolyt ehrte Bischof Klaus Küng im Rahmen eines Festaktes langjährige ehrenamtliche Bildungswerkleiterinnen und -leiter aus den Pfarren. KBW-Obfrau Angela Lahmer-Hackl konnte dabei fünf ihrer sieben Vorgänger begrüßen, darunter den „Gründervater“ des KBW St. Pölten, Karl Dillinger, der erst kürzlich seinen 90. Geburtstag feierte.

Das KBW gehöre „zum Bestand der Diözese“, sagte Bischof Küng beim Festakt. Es sei „über alle großen Veränderungen hinweg eine Konstante“ in der Erwachsenenbildung in- und außerhalb der Kirche. Die Bedeutung des KBW liege nicht nur in der Vermittlung von Wissen, sondern „vor allem Orientierung“, wie Küng betonte. Die Grundlage katholischer Erwachsenenbildung sei immer „die Beziehung zu Gott“. So sei es die Aufgabe des KB, mit unterschiedlichsten Themen und Zugängen die Menschen „auf die Spur zu bringen“. Wichtige Themen für die Zukunft seien Familie, Lebensschutz und Bioethik, aber auch Schöpfungsverantwortung, Wirtschaftsethik sowie der Umgang mit den Neuen Medien.

Flächendeckung und Themenvielfalt

Landesrat Karl Wilfing bezeichnete das KBW als „wichtige Bildungseinrichtung in den Gemeinden“. Die Stärke der 217 pfarrlichen Bildungswerke liege in der Flächendeckung und in der Regionalität. „Jeder Bürgermeister kann froh sein über solche Partner in der Erwachsenenbildung vor Ort.“ Durch die ehrenamtliche Struktur sei auch eine breite Themenvielfalt gegeben, so Wilfing: „Fragen, die die Welt und die Menschen bewegen, werden in den Ort geholt.“ Durch das KBW würden aktuelle Fragen „aus der Haltung des Glaubens“ behandelt.
Herbert Petrasch, Geschäftsführer des Forums Erwachsenenbildung Österreich, bezeichnete das KBW als „einen der großen Player in der Erwachsenenbildung. Das Besondere sei, dass „diese Leistung auf ehrenamtlicher ebene erbracht“ werde.

Bischof Küng zeigte sich „beeindruckt“, bei all seinen Fahrten durch die Diözese „das Bildungswerk an jedem Ort zu finden, mit engagierten Ehrenamtlichen, die auf kreative Art und Weise versuchen, die Menschen zu interessieren“. Es erfülle ihn „mit Freude und auch mit Stolz“, dass Menschen sich „über so viele Jahre hinweg freiwillig engagieren“. Küng ehrte Johann Pittl für 35 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Leiter des KBW der Pfarre Emmersdorf, Maria Wimmer aus Friedersbach und Engelbert Pöcksteiner aus Kautzen für 30 Jahre, Stefan Mayerhofer aus Tulln-St. Severin für 25 Jahre, sowie Aloisia Hintersteiner (St. Oswald), Hildegard Schaupp (St. Pölten-Maria Lourdes) und Josef Hartl (Eggenburg) für jeweils 10 Jahre.

Von der „modernen Kanzel“ zum staatlich anerkannten Bildungsträger

Die Gründung des diözesanen Bildungswerkes geht auf eine Initiative des damaligen Bischofkoadjutors und späteren Kardinals Franz König zurück. Das Bildungswerk wurde im Jahre 1954 unter Karl Dillinger gegründet, der bis 1974 auch die Leitung innehatte. Das Bildungswerk war als „moderne Kanzel im Vorfeld der Kirche“ gedacht, die der „religiösen Verflachung und Verwaschenheit“ die „christliche Weltanschauung entgegensetzt“, wie es die Diözesansynode von 1961 ausgedrückt hatte.

Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Erika Schuster, frühere KBW-Obfrau und ehemalige Präsidentin der Katholischen Erwachsenenbildung Österreichs und Europas blickte in ihrem Festvortrag „WissensDurst und LebensHunger“ auf „60 Jahre Antwortversuche auf existenzielle Bedürfnisse von Menschen in Gesellschaft und Kirche“ zurück. Sie zeigte den Wandel des Verständnisses von Bildung auf, den Einfluss des 2. Vatikanischen Konzils sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen und beschrieb den Weg des KBW vom innerkirchlichen Bildungsreferat zum staatlich anerkannten Bildungsträger in der Erwachsenenbildung.

Einen Zukunftsimpuls zum Thema „Christ und Christin sein morgen“ setzte der Theologe und Soziologe Michael Ebertz (Freiburg, Konstanz). Da sich die Lebenswelten heutiger Menschen, deren Werte und Religiosität „on den letzten Jahrzehnten gravierend verändert“ haben, sei es notwendig, „über neue Formen von Gemeinde und Glaubenskommunikation nachzudenken“. Die Entwicklung der Pastoral „in Richtung Milieusensibilisierung“ sei ein Ansatz, der „eine hoffnungsvolle, zukunftsorientierte Ausrichtung der Kirche“ bestärke, so Ebertz.


Fotos:
- Geehrte Bildungswerkleiter mit Diözesanbischof DDr. Klaus Küng, Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, LR Mag. Karl Wilfing, GR Gerhard Schatzl, KBW-Obfrau Mag. Angela Lahmer-Hackl, KBW-Geschäftsführer Gerald Danner und KA-Präsident Mag. Armin Haiderer
- KBW-Obfrau Mag. Angela Lahmer-Hackl mit ihren Vorgängern Dr. Karl Dillinger, Dr. Erika Schuster (sitzend), Mag. Josef Schogg, HR Dr. Adolf Joksch und MR DI Josef Resch MSc(stehend)
- Mag. Hubert Petrasch, Diözesanbischof DDr. Klaus Küng, LR Mag. Karl Wilfing