Krätzl: Gefirmte sollen die Welt verändern

em. Weihbischof DDr. Helmut Krätzl

St. Pölten, 28.11.2014 (dsp) Die gefirmten Gläubigen seien „verpflichtet, die Welt durch eine andere, eine christliche Lebensart zu verändern“. Das betonte der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl bei einer Katechese über das Sakrament der Firmung in der Franziskanerkirche in St. Pölten. Das Konzilsdokument „Lumen gentium“ beschreibe die Taufe als Eingliederung in das gemeinsame Priestertum; die Firmung verbinde demnach „vollkommener mit der Kirche“ und „verpflichtet nachdrücklich zum Apostolat und der eigenen Berufung“.

Obwohl die Firmung das Sakrament mit der intensivsten Vorbereitung sei – „wir sollten davon für die Ehevorbereitung lernen“ –, würden sich die Pfarrgemeinden „oft zu viel von den Firmlingen erwarten“, warnte Krätzl. Er halte das Firmalter (12 Jahre in der Diözese St. Pölten, 14 Jahre in der Erzdiözese Wien) für „zu früh“. Schließlich solle die Firmvorbereitung und die Spendung des Sakraments zu einer Vertiefung des Glaubens und mehr Selbständigkeit führen: „Die Jugendlichen sollen mündige Christen werden“, erklärte Krätzl. In den Pfarren hätten sie jedoch selten die Möglichkeit auch wirklich mitzureden.

In der Vorbereitung hält Krätzl die Möglichkeit des offenen Gesprächs über Gott und den Glauben für besonders wichtig. Es gelte, die Jugendlichen von einem Kinderglauben zu einem erwachsenen, selbst verantworteten Glauben hinzuführen. Dafür seien „fertige Antworten nicht geeignet“; die Jugendlichen müssten die Möglichkeit haben, zu hinterfragen und eine eigene Argumentation und Haltung wachsen zu lassen.
So sei die Firmung eine „Herausforderung für die ganze Gemeinde“, die sich der Verantwortung für die Jugendlichen bewusst werden müsse, wie Krätzl betonte: „Gottes Heilswirken soll an uns sichtbar werden, so dass man merkt, dass sich die Welt dadurch tatsächlich verändert.“

Die Katechese zum Nachhören